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Schreibweise
qióng
HSK 4 Radikal: 穴 7 Striche
💡 Denke an eine ‚Höhle‘ (穴) ohne Ausgang – dort ist man ‚arm‘ an Möglichkeiten.
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📚 Zeichengeschichte & Erklärung

穷 (qióng) meaning in English — arm

Historisch taucht 穷 bereits in der Zhou-Dynastie (ca. 1046–256 v. Chr.) in Bronzinschriften auf, zunächst mit der Bedeutung ‚erschöpft, ausgebrannt‘ – sowohl physisch als auch moralisch. In klassischen Texten wie dem ‚Zuo Zhuan‘ bezeichnet es oft den Zustand eines Herrschers, dessen Tugend oder Macht erloschen ist. Später wurde die Bedeutung auf materielle Armut fokussiert, besonders ab der Han-Zeit. Heute ist 穷 integraler Bestandteil zahlreicher Redewendungen, darunter die idiomatische Wendung 穷凶极恶 (qióng xiōng jí è, ‚grausam und bösartig bis zum Äußersten‘), wo es Verzweiflung und Extremität betont.

Die Schriftform selbst ist kein Piktogramm, sondern ein entwickeltes Leihzeichen: Die Radikal-Komponente 穴 (Höhle) vermittelt keine direkte bildliche Darstellung von Armut, sondern signalisiert über Metapher ‚Einschränkung‘, während die untere Komponente (frühere Variante von 身) ursprünglich lautlich orientiert war. Die heutige Strichfolge ist seit der regulären Kursivschrift (Kaishu) stabil und wird in Schulbüchern streng nach der offiziellen chinesischen Norm (GB13000) gelehrt.

Das Zeichen 穷 (qióng) gehört zur HSK-Stufe 4 und zählt zu den grundlegenden Vokabeln für die Beschreibung sozialer und wirtschaftlicher Verhältnisse. Es ist ein semantisch-phonetisches Kompositum: Der obere Teil 穴 (xué, ‚Höhle‘) fungiert als Radikal und deutet auf eine ursprüngliche Assoziation mit Enge, Abgeschlossenheit oder Mangel hin – nicht im Sinne einer physischen Höhle, sondern metaphorisch als ‚Ort der Beschränktheit‘. Dieser radikale Kontext unterstreicht die Bedeutung von Unzulänglichkeit und Knappheit.

Der untere Teil 身 (shēn, ‚Körper‘) ist hier kein eigenständiges Semagramm, sondern historisch eine phonetische Komponente, die in früheren Formen (wie im Siegelstil) stärker an die Aussprache anklang. Heute ist die Lautverbindung jedoch weitgehend entfremdet, sodass 穷 als rein konventionelles Schriftzeichen gilt. Seine sieben Striche folgen einer klaren, wiederholbaren Abfolge: Punkt, waagrechte Linie, zwei vertikale Striche mit Abschlusslinien, dann der abschließende Klammerstrich des Radikals.

In der modernen Sprache wird 穷 fast ausschließlich adjektivisch verwendet, um materielle Armut oder völlige Erschöpfung auszudrücken – etwa bei Ressourcen („die Mittel sind erschöpft“) oder Kräften („bis zur Erschöpfung kämpfen“). Es ist kein neutrales, sondern oft emotional aufgeladenes Wort, das in offiziellen Texten häufig durch euphemistischere Termini wie 困难 (kùnnan, ‚Schwierigkeit‘) ersetzt wird. Dennoch bleibt es zentral im Alltagsvokabular und in Redewendungen wie 穷追不舍 (qióngzhuī bùshě, ‚rücksichtslos verfolgen‘).

💬 Beispielsätze

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