职
Zeichengeschichte & Erklärung
Historisch taucht 职 bereits in der Han-Dynastie (206 v. Chr.–220 n. Chr.) auf, zunächst in Verwaltungsdokumenten zur Bezeichnung von Amtspositionen im Staatsdienst. In der klassischen Literatur (z. B. im Buch der Riten) bezeichnet es die Pflichten eines Amtes. Heute ist es zentral in amtlichen Dokumenten wie Arbeitsverträgen, Personalausweisen und Stellenanzeigen – etwa in der Standardformulierung ‘职务’ (zhíwù, Amtspflicht/Stelle).
Die Schriftform ist kein Piktogramm, sondern ein phono-semantisches Zeichen: Das Radikal 耳 (Ohr) diente ursprünglich als phonetischer Hinweis (altchinesisch *tjək), während die rechte Komponente 丸 eine vereinfachte Form von 九 war, die ebenfalls lautlich unterstützte. Die moderne Strichfolge folgt klaren Regeln der Vereinfachung aus den 1950er Jahren.
Das Zeichen 职 (zhí) gehört zum HSK-Niveau 4 und zählt zu den häufigsten Schriftzeichen im beruflichen und administrativen Kontext. Es besteht aus 11 Strichen und hat das Radikal 耳 (Ohr), das hier nicht semantisch, sondern rein formal als phonetischer Träger dient – die ursprüngliche Lautverbindung ist heute nicht mehr erkennbar. Die rechte Komponente 丸 stammt historisch von 九 (jiǔ), wurde aber durch Schreibvereinfachung zu einer stilisierten Form.
Die Grundbedeutung lautet ‚Amt‘, ‚Stelle‘ oder ‚Beruf‘ – also nicht primär ‚Büro‘ wie im englischen Prompt angegeben, sondern die Funktion oder Position selbst. Im modernen Chinesisch wird 职 fast ausschließlich in Zusammensetzungen verwendet; isoliert kommt es selten vor, etwa in formellen Dokumenten oder juristischen Texten. Seine Verwendung ist stark institutionalisiert und verbindet sich mit Konzepten wie Verantwortung, Befugnis und Dienstpflicht.
Im Gegensatz zu anderen Berufs-Zeichen wie 工 (gōng, Arbeit) oder 业 (yè, Geschäft/Berufsfeld) betont 职 die institutionelle Zuordnung: Wer ein 职 hat, übt eine offiziell anerkannte Funktion innerhalb einer Hierarchie aus – etwa in Behörden, Unternehmen oder Schulen. Dies macht es zu einem Schlüsselzeichen für administrative, rechtliche und pädagogische Kommunikation, besonders bei Titeln, Stellenbeschreibungen und Personalakten.
Beispielsätze
Zusammengesetzte Wörter
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