涂
Zeichengeschichte & Erklärung
Im modernen Chinesisch wird 涂 häufig in Alltagssituationen verwendet: beim Renovieren (Wände streichen), beim Schminken (Creme auftragen) oder beim Basteln (Klebstoff verteilen). Es erscheint regelmäßig in technischen Anleitungen, Kosmetikverpackungen und Malerhandbüchern. Im HSK-Prüfungsstoff tritt es besonders in Verben wie 涂抹 (túmǒ, ‚auftragen/bestreichen‘) und 涂改 (túgǎi, ‚übermalen/ändern‘) auf – letzteres spielt auch in Prüfungskontexten eine Rolle (z. B. bei Korrekturen auf Formularen).
Die heutige Form geht auf die Siegelkalligraphie der Qin-Dynastie zurück; das Radikal 氵 signalisiert die Verbindung mit Flüssigkeit oder Viskosität, während 余 (yú) ursprünglich den Lautwert vermittelte. Archäologische Funde zeigen, dass 涂 bereits in Han-Zeit (206 v. Chr.–220 n. Chr.) in amtlichen Dokumenten zur Beschreibung von Reparaturmaßnahmen an Wänden oder Holzoberflächen genutzt wurde.
Das Zeichen 涂 (tú) gehört zur Gruppe der semantisch-phonetischen Komposita und besteht aus dem Wasserradikal 氵 links sowie dem phonetischen Bestandteil 余 rechts. Es zählt zu den mittelschweren Zeichen des HSK 5 und wird vor allem in Verben mit der Bedeutung ‚auftragen‘, ‚bestreichen‘ oder ‚anbringen‘ verwendet – etwa bei Farbe, Creme oder Schriftzügen. Seine Strichzahl von 10 macht es überschaubar, doch die korrekte Reihenfolge der Striche ist entscheidend für eine klare Schreibweise.
Etymologisch leitet sich 涂 von einer alten Form ab, die Wasser und eine Handbewegung kombinierte – ein Hinweis darauf, dass das Auftragen früher oft mit flüssigen oder pastösen Substanzen verbunden war. In klassischen Texten wie dem *Shuōwén Jiězì* (100 n. Chr.) wird es bereits als Verb mit der Bedeutung ‚bedecken‘ oder ‚verbergen‘ beschrieben, was auf seine ursprüngliche Funktion als Überzug hindeutet.
Heute dominiert die konkrete, physische Anwendung: Man涂 (tú) Farbe auf eine Wand, Creme auf die Haut oder Klebstoff auf Papier. Die Bedeutung bleibt dabei stets aktiv und intentional – es handelt sich nie um ein passives Geschehen. Auch im übertragenen Sinn (z. B. bei ‚Worte auf Papier bringen‘) bleibt diese aktive Handlungsebene erhalten, was das Zeichen von reinen Synonymen wie 抹 (mǒ, ‚abwischen‘) unterscheidet.
Beispielsätze
Zusammengesetzte Wörter
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