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Schreibweise
jiè
HSK 5 Radikal: 戈 7 Striche
💡 Denke an: 'JIE = Jede Ecke im Blick – ich hüte mich!'
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📚 Zeichengeschichte & Erklärung

戒 (jiè) meaning in English — sich hüten vor

Historisch dokumentiert findet sich 戒 bereits in der Zhou-Dynastie (1046–256 v. Chr.) in Bronzeinschriften als Zeichen für rituelle Vorsicht vor Unglück oder göttlichem Zorn. In den klassischen Texten des Konfuzius und Mencius wird es wiederholt in Zusammenhang mit ethischer Selbstzucht genannt, etwa in der Formulierung ‚sich vor Begierden hüten‘ (戒色 jiè sè). Heute ist es Bestandteil offizieller Kampagnen, z. B. zur Drogenprävention (戒毒 jiè dú) oder Tabakentwöhnung.

Die Schriftform ist kein reines Piktogramm, sondern ein vereinfachtes Ideogramm: Der obere Teil (廾) stellt zwei Hände dar, die einen Gegenstand halten, während der untere Teil (戈) das Symbol für Waffe bzw. Kontrolle ist – zusammen also: ‚mit beiden Händen Wachsamkeit üben‘. Diese Deutung stützt sich auf die Analyse der Siegel- und Kleinsiegel-Schrift (zhuànshū) der Qin-Zeit.

Das Zeichen 戒 (jiè) gehört zum Radikal 戈 („Kriegsbeil“, „Waffe“), das in über 30 Schriftzeichen vorkommt und oft militärische oder defensiv-kontrollierende Konnotationen trägt. Seine sieben Striche folgen einer klaren Strichfolge: zuerst die obere horizontale Linie, dann der schräge Strich nach links unten, gefolgt von zwei kurzen horizontalen Strichen im oberen Bereich, danach der vertikale Hauptstrich und abschließend die charakteristische „Sichel“-Form am unteren Ende – eine stilisierte Waffe, die Vorsicht symbolisiert.

Die Grundbedeutung ‚sich vor etwas hüten‘ oder ‚vor etwas warnen‘ leitet sich aus dem historischen Kontext ab: In alten Texten wie den *Ritenbüchern* (Lǐjì) wird 戒 verwendet, um rituelle Vorbereitung und innere Zurückhaltung zu bezeichnen – etwa vor Opferhandlungen oder kriegerischen Aktionen. Es vermittelt nicht bloß ein Verbot, sondern eine aktive, bewusste Selbstbeschränkung zur Vermeidung von Schaden oder Fehlverhalten.

Im modernen Chinesisch erscheint 戒 häufig in Verbformen mit Objekten (z. B. 戒烟 jiè yān – „mit dem Rauchen aufhören“) oder als Substantiv in festen Ausdrücken wie 戒律 (jièlǜ – „Mönchsregeln“). Seine Verwendung ist stark moralisch und normativ geprägt; es impliziert eine innere Disziplin statt äußerer Zwangsmaßnahmen. Das Zeichen ist zentral für Begriffe der ethischen Selbstkontrolle in daoistischen, konfuzianischen und buddhistischen Traditionen.

💬 Beispielsätze

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