括
Zeichengeschichte & Erklärung
In historischen Texten wie den ‚Ritualbüchern‘ (Yí Lǐ) oder landwirtschaftlichen Handbüchern der Han-Zeit wurde 括 selten allein verwendet; vielmehr erschien es in Verbkomposita wie 括繩 (kuò shéng, ‚eine Schnur festziehen‘) zur Beschreibung von Lagerungs- oder Transportmethoden. In der Song-Dynastie tauchte es in technischen Abhandlungen über Seiltechniken auf, stets im Sinne von ‚zusammenhalten‘ oder ‚verschnüren‘.
Die heutige Schriftform ist nicht piktografisch, sondern entwickelte sich aus dem älteren Zeichen 括 (mit dem Radikal 扌 und dem phonetischen Element 寞). Der rechte Teil 寞 selbst bedeutet ‚einsam‘, dient hier aber rein lautlich – ein typisches Merkmal der chinesischen Schriftentwicklung. Heute wird 括 vor allem in geschriebenen Kontexten wie Mathematik (Klammern setzen), Linguistik (Einschließen von Erklärungen) oder Programmierung (z. B. bei Klammern in Code) gebraucht.
Das Zeichen 括 (kuò) gehört zur Gruppe der semantisch-phonetischen Komposita und besteht aus dem Radikal 扌 (Shǒu zì pàng, ‚Hand‘) links und dem phonetischen Bestandteil 寞 (mò) rechts. Es signalisiert eine Handlung, die mit der Hand ausgeführt wird – hier konkret das Zusammenziehen, Festmachen oder Einschließen von etwas. Die ursprüngliche Bedeutung bezieht sich auf physisches Anziehen oder Zusammenbinden, etwa einer Schnur um ein Bündel.
Im modernen Chinesisch hat sich die Bedeutung erweitert: Neben dem wörtlichen ‚zusammenziehen‘ oder ‚festmachen‘ steht 括 auch für das sprachliche oder logische ‚Einschließen‘, wie bei Klammern in Mathematik oder Texten. Dies spiegelt eine typische semantische Ausweitung wider – von konkreter Handlung zu abstrakter Einordnung. Die Aussprache kuò ist stabil und erscheint in keiner anderen Tonvariante für dieses Zeichen.
Als HSK-5-Zeichen tritt 括 häufig in akademischem und technischem Kontext auf, besonders in Verbindung mit Klammern (Klammern setzen), Datenerfassung (z. B. in Formularen) oder grammatischen Strukturen. Es ist kein Alltagsverb wie machen oder gehen, sondern dient präzisen, oft schriftlichen Formulierungen – etwa bei der Beschreibung von Syntaxregeln oder bei der formalen Darstellung von Datenbereichen.
Beispielsätze
Zusammengesetzte Wörter
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