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Schreibweise
róu
HSK 5 Radikal: 木 9 Striche
💡 Denken Sie an ein weiches Holzstück – 木 + ein sanftes ‚Jü‘ (予) = 柔.
Verwandte Wörter

📚 Zeichengeschichte & Erklärung

柔 (róu) meaning in English — weich

Historisch belegt ist 柔 bereits in der Zhou-Dynastie (ca. 1046–256 v. Chr.) in Orakelknocheninschriften und Bronzekalligraphie als Adjektiv für ‚biegsam‘ oder ‚nicht steif‘, vor allem bei Beschreibungen von Pflanzenwuchs oder Körperhaltung. In klassischen Texten wie dem Daodejing wird es wiederholt im Sinne von ‚weich sein als höchste Stärke‘ verwendet – ein zentrales daoistisches Prinzip. Heute erscheint es häufig in Redewendungen wie 柔能克刚 („Weichheit besiegt Härte“) und in Fachsprachen wie Medizin (柔肝 – ‚Leber beruhigen‘) oder Kampfkunst (柔术).

Die Schriftform ist kein reines Piktogramm, sondern ein entwickeltes Leihzeichen: Der Radikal 木 verweist auf die Herkunft aus pflanzlichem Material (z. B. junge, biegsame Äste), während der rechte Teil 予 (früher + 又) ursprünglich einen phonetischen Hinweis gab. Die heutige Form ist seit der Han-Zeit stabil und wurde in der regulären Kursivschrift vereinheitlicht.

Das Zeichen 柔 (róu) bedeutet grundlegend ‚weich‘, ‚geschmeidig‘ oder ‚nachgiebig‘ und gehört zum HSK-Niveau 5 – also zu den fortgeschrittenen Vokabeln, die für differenzierte Beschreibungen im Alltag oder in literarischen Kontexten benötigt werden. Es ist ein semantisch-phonetisches Kompositum: Der linke Teil 木 (mù, ‚Holz‘) als Radikal deutet auf eine Verbindung mit organischen, natürlichen Materialien hin, während der rechte Teil 姿 (jū, historisch verwandt mit 耑) den phonetischen Hinweis liefert. Die Bedeutung entstand nicht aus Holz allein, sondern aus der Vorstellung von flexiblen, biegsamen Pflanzenteilen wie jungen Zweigen.

Im chinesischen Sprachgebrauch geht die Bedeutung von 柔 weit über physische Weichheit hinaus: Sie umfasst auch soziale Nuancen wie Sanftheit in der Kommunikation (z. B. 柔和的语气), emotionale Empfindsamkeit (柔情) oder strategische Nachgiebigkeit (柔道 – wörtlich ‚Weg der Weichheit‘). Diese metaphorische Ausweitung ist typisch für chinesische Schriftzeichen und spiegelt philosophische Konzepte des Daoismus wider, wo Weichheit als Kraftquelle gilt.

Die Strichzahl von 9 ist mittelgroß, und die Schreibfolge folgt einer klaren Struktur: zuerst der Holz-Radikal (vier Striche), dann der rechte Teil mit fünf weiteren Strichen. Wichtig ist die korrekte Reihenfolge der Punkte und Striche – insbesondere der abschließende waagerechte Strich am unteren Rand des rechten Teils. Falsche Strichreihenfolge führt oft zu unleserlichen oder falsch interpretierten Zeichen, besonders in Handschrift und Prüfungssituationen.

💬 Beispielsätze

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