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Schreibweise
shū
HSK 5 Radikal: 木 11 Striche
💡 Denk an ‚Holz‘ (木) + ‚Struktur‘ (疏): Mit Holzkamm strukturiert man Haare – also kämmen!
Verwandte Wörter

📚 Zeichengeschichte & Erklärung

梳 (shū) meaning in English — kämmen

Historisch belegt ist 梳 seit der Han-Dynastie (206 v. Chr.–220 n. Chr.) in medizinischen und rituellen Texten, etwa im ‚Huangdi Neijing‘, wo Haarkämmen als Teil der Gesunderhaltung empfohlen wird. Im Alltag wurde das Zeichen bis ins 20. Jahrhundert hinein in Friseurläden und bei Hochzeitsritualen verwendet – z. B. beim ‚Dreimal-Kämmen‘ (三梳), einem Brauch, bei dem die Mutter die Braut vor der Hochzeit kämmt, um Segen zu spenden. Heute steht es in offiziellen Dokumenten für Pflegemaßnahmen oder in der Kosmetikbranche.

Die Schriftform ist kein Piktogramm, sondern ein klares semantisch-phonetisches Zeichen: Das linke 木 deutet Material (früher Holzkämme), das rechte 疏 liefert den Lautwert shū und bedeutet zugleich ‚locker, durchlässig‘ – ein passender Aspekt beim Kämmen verfilzter Haare. Diese logische Verknüpfung macht die Form leicht nachvollziehbar.

Das Zeichen 梳 (shū) ist ein semantisch-phonetisches Kompositum aus dem Holzradikal 木 links und dem phonetischen Bestandteil 疏 rechts. Es gehört zur Gruppe der Verbzeichen, die Handlungen mit Werkzeugen beschreiben – hier konkret das Kämmen von Haaren mit einem Kamm. Die Strichzahl von 11 ist mittelhoch und erfordert präzise Abfolge: Zuerst das Radikal 木 (4 Striche), dann das rechte Element 疏 (7 Striche), wobei die beiden Teile klar getrennt, aber harmonisch verbunden geschrieben werden.

Etymologisch geht 梳 auf die frühe chinesische Haarpflege zurück: Bereits in der Shang- und Zhou-Zeit (ca. 1600–256 v. Chr.) wurden Kämme aus Holz, Knochen oder Jade verwendet – daher die Wahl des Radikals 木 (Holz). Das Zeichen taucht bereits in Siegelinschriften und später in den klassischen Texten wie dem ‚Ritenbuch‘ (Yílǐ) auf, wo es rituelle Frisurpraktiken beschreibt. Seine Verwendung war stets funktional und kulturspezifisch verankert.

Im modernen Chinesisch wird 梳 fast ausschließlich verbal verwendet, meist in Verbindung mit Objekten (Haare, Kopf) oder als Teil komplexer Verben wie 梳理 (shūlǐ, ‚ordnen/strukturieren‘). Es ist kein häufiges Alltagsverb, sondern erscheint gehobener, z. B. in journalistischen oder literarischen Kontexten. In der HSK-Stufe 5 signalisiert es eine zunehmende Nuancierung: nicht nur physisches Kämmen, sondern auch metaphorische Ordnung – etwa bei Gedanken oder Daten.

💬 Beispielsätze

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