蹲
Zeichengeschichte & Erklärung
Im modernen Chinesisch wird 蹲 fast ausschließlich mit der Aussprache dūn verwendet und bezeichnet die Hockstellung – z. B. beim Straßenverkauf, bei Polizeikontrollen oder in Sportanleitungen. Ein typisches Idiom ist 蹲守 (dūn shǒu), das ‚geduldig warten und beobachten‘ bedeutet, oft im Kontext von Journalisten oder Ermittlern. Historisch taucht das Zeichen erstmals in der späten Han-Zeit (1.–2. Jh. n. Chr.) in Steinschriften auf, stets mit der Bedeutung ‚sich niederlassen, hocken‘.
Die Form ist kein Piktogramm, sondern ein phono-semantisches Zeichen: 足 (Fuß) als semantische Basis, 尊 (zūn, ‚respektvoll‘) als phonetischer Hinweis – obwohl die heutige Aussprache dūn vom ursprünglichen Lautwert abweicht, was auf historische Lautverschiebungen zurückzuführen ist.
Das Zeichen 蹲 gehört zum Radikal 足 (Fuß) und besteht aus 19 Strichen. Es ist ein semantisch-phonetisches Kompositum: Der linke Teil 足 gibt den Bedeutungsbereich (Bewegung, Körper, insbesondere untere Extremitäten) an, der rechte Teil 尊 liefert den Lautwert (ursprünglich dūn). Obwohl die Standardaussprache im modernen Hochchinesisch dūn lautet, existiert in einigen Dialekten oder alter Literatur die Lesung cún – diese wird jedoch im aktuellen HSK-5-Lehrplan nicht primär vermittelt.
Die Bedeutung 'sich hinhocken' ist die dominante und alltägliche Verwendung von 蹲; die Angabe 'to sprain one's foot or leg due to a sudden impact or landing' ist **falsch** und beruht auf einer Verwechslung mit anderen Zeichen wie 扭 (niǔ, ‚verdrehen‘) oder 伤 (shāng, ‚verletzen‘). 蹲 beschreibt ausschließlich eine bewusste, kontrollierte Hockstellung – etwa beim Warten, Beobachten oder körperlichen Training.
Im HSK-5-Korpus erscheint 蹲 vor allem in Verben wie 蹲下 (dūn xià, ‚sich hinhocken‘), 蹲点 (dūn diǎn, ‚vor Ort stationiert sein‘, ursprünglich militärischer/organisatorischer Jargon) und idiomatischen Wendungen wie 蹲监狱 (dūn jiānyù, wörtlich ‚im Gefängnis hocken‘, also ‚eingesperrt sein‘). Die Schriftform ist seit der Han-Dynastie belegt und zeigt keine piktografische Herkunft, sondern entwickelte sich aus der Kombination bestehender semantischer und phonetischer Komponenten.
Beispielsätze
Zusammengesetzte Wörter
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