飘
Zeichengeschichte & Erklärung
Das Zeichen 飘 ist in klassischer und moderner chinesischer Literatur weit verbreitet, etwa in Gedichten von Li Bai oder im Roman ‚Der Traum der roten Kammer‘, wo es für das schwebende Verschwinden von Blütenblättern oder Träumen steht. Es erscheint regelmäßig in amtlichen Dokumenten zur Beschreibung atmosphärischer Phänomene (z. B. 飘雪 – ‚fallender Schnee‘) und ist Bestandteil standardisierter meteorologischer Termini.
Die heutige Form geht auf die reguläre Kursivschrift (kaishu) der Tang-Dynastie zurück. Sie ist kein Piktogramm, sondern ein klar strukturiertes semantisch-phonetisches Zeichen (xíngshēngzì). Der linke Teil 风 ist ein etabliertes Radikal für Windphänomene; der rechte Teil 票 war ursprünglich ein eigenständiges Zeichen für ‚Ticket‘, wurde hier aber rein lautlich adaptiert – ohne semantische Verbindung zum Wind.
Das Zeichen 飘 (piāo) beschreibt eine sanfte, windgetragene Bewegung – etwa das Schweben eines Blattes, das Flattern einer Fahne oder das Wabern von Duft. Es gehört zur semantisch-phonetischen Klasse: Der linke Teil 风 (fēng, ‚Wind‘) gibt die Bedeutungsrichtung vor, der rechte Teil 票 (piào) dient als Lautzeichen und deutet die Aussprache an. Historisch entstand es als Erweiterung des älteren Zeichens 飘, das bereits in der Han-Zeit belegt ist und stets mit Luftströmung und leichter Fortbewegung assoziiert wurde.
Als HSK-Stufe-5-Zeichen ist 飘 nicht grundlegend, aber zentral für fortgeschrittene Ausdrucksfähigkeit – besonders in literarischen, poetischen oder beschreibenden Kontexten. Es vermittelt keine bloße physikalische Bewegung, sondern oft auch eine emotionale Leichtigkeit, Vergänglichkeit oder Ungebundenheit. So heißt es etwa 飘忽 (piāohū) für ‚schwankend, unbeständig‘ – ein Begriff, der sowohl für Gedanken als auch für Stimmungen steht.
Grammatikalisch fungiert 飘 meist als Verb, kann aber auch attributiv oder adverbial eingesetzt werden. In Verbindung mit anderen Zeichen bildet es vielschichtige Komposita wie 飘扬 (piāoyáng, ‚wehen, flattern‘) oder 飘散 (piāosàn, ‚sich verstreuen‘). Die Strichzahl von 15 erfordert präzise Koordination: Beginn mit dem Wind-Radikal 风 (9 Striche), gefolgt vom komplexen Rechtsteil 票 (6 Striche), wobei die letzte horizontale Linie des 票 als Abschlussstrich sorgfältig gezogen wird.
Beispielsätze
Zusammengesetzte Wörter
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