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Schreibweise
HSK 6 Radikal: 乙 3 Striche
💡 Stell dir vor: Ein Kniebeuger (丿) legt die Handflächen zusammen (一) und bittet (乚) – wie beim Knien vor einem Herrscher.
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📚 Zeichengeschichte & Erklärung

乞 (qǐ) meaning in English — betteln

In historischen Texten wie den ‚Zhan Guo Ce‘ (Strategische Aufzeichnungen der Streitenden Reiche) erscheint 乞 häufig in diplomatischen Kontexten, um die Unterwerfung eines Fürsten unter einen mächtigeren Herrscher zu beschreiben – etwa ‚乞和‘ (qǐ hé), ‚um Frieden bitten‘, was eine demütige, oft verzweifelte Geste darstellt. Auch in klassischer Lyrik dient es zur Verdichtung emotionaler Hilflosigkeit.

Als Piktogramm leitet sich 乞 vermutlich vom älteren Zeichen 气 (qì, ‚Lebenskraft‘) ab, wobei die obere Komponente durch eine vereinfachte Form 乙 ersetzt wurde, um die Vorstellung einer ‚ausgestreckten, flehenden Hand‘ zu suggerieren. Archäologisch belegbar ist diese Deutung jedoch nicht; sicher ist hingegen seine frühzeitige Verwendung in Orakelknocheninschriften mit der Bedeutung ‚bitten‘ oder ‚erbitten‘.

Das Zeichen 乞 (qǐ) ist ein sehr altes Schriftzeichen mit nur drei Strichen und gehört zum Radikal 乙 (yǐ), das ursprünglich eine gekrümmte Form darstellt – oft als symbolische Darstellung einer sich windenden Schlange oder eines gebogenen Gegenstands interpretiert. Obwohl es heute selten allein steht, fungiert es als semantisches Element in komplexeren Zeichen wie 丐 (gài, ebenfalls 'betteln') und spielt eine Rolle in klassischen Texten zur Beschreibung von Unterwerfung oder demütiger Bitte.

Die Strichfolge ist einfach: erst ein fallender Schrägstrich von links oben nach rechts unten (丿), dann ein waagerechter Strich (一), gefolgt von einem nach unten gezogenen Strich mit leichtem Haken am Ende (乚). Diese klare, minimalistische Form spiegelt die Essenz der Bedeutung wider: eine einfache, unmittelbare Geste der Bitte – etwa eine ausgestreckte Hand oder ein gebeugter Rücken.

Im modernen Chinesisch wird 乞 fast ausschließlich in festen Ausdrücken oder literarisch gehobenen Kontexten verwendet, nicht im alltäglichen gesprochenen Sprachgebrauch. Es vermittelt stets eine starke Nuance von Demut, Notlage oder sozialer Abhängigkeit – nie neutral oder ironisch. Seine Verwendung signalisiert daher bewusst einen stilistischen Bruch: eine bewusste Rückkehr zu klassischer Sprachschärfe oder satirische Distanzierung vom modernen Alltagsvokabular.

💬 Beispielsätze

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