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Schreibweise
HSK 6 Radikal: 亻 10 Striche
💡 „Fü“ wie „für“ – man bückt sich *für* jemanden/etwas.
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📚 Zeichengeschichte & Erklärung

俯 (fǔ) meaning in English — herabblicken

Historisch wurde 俯 bereits in der Zhou-Dynastie (ca. 1046–256 v. Chr.) in Bronzeinschriften zur Beschreibung ritueller Körperhaltungen verwendet – etwa beim Verbeugen vor Vorfahren oder Herrschern. In klassischen Texten wie den ‚Analecta‘ erscheint es im Sinne von ‚demütig den Kopf senken‘, um Gehorsam zu bekunden. Heute ist es vor allem in Redewendungen wie 俯瞰 (fǔkàn, ‚aus der Vogelperspektive betrachten‘) oder 俯首 (fǔshǒu, ‚sich unterwerfen‘) verbreitet und findet sich in Zeitungsartikeln, politischen Reden und literarischen Werken.

Die heutige Form geht auf die reguläre Kursivschrift (Kaishu) zurück und zeigt klare Strichtrennung: Die linke Seite mit zwei Strichen (亻) symbolisiert den Menschen, die rechte Seite 府 enthält neun Striche und dient rein lautlich. Kein archäologischer Beleg weist auf eine piktografische Ursprungsform hin – es handelt sich eindeutig um ein spätes semantisch-phonetisches Zeichen.

Das Zeichen 俯 (fǔ) ist ein semantisch-phonetisches Kompositum mit dem Menschen-Radikal 亻 links und dem phonetischen Bestandteil 府 rechts. Es zählt zu den fortgeschrittenen Schriftzeichen des HSK-Stufen 6 und vermittelt primär die physische oder metaphorische Geste des Herabsehens – etwa beim Blick auf etwas Niedrigeres, beim Sich-Vorbeugen oder beim demütigen Unterwerfen. Seine Verwendung ist stark kontextabhängig: Im Alltag begegnet es häufig in literarischen, formellen oder idiomatischen Ausdrücken.

Etymologisch stammt 俯 aus dem altchinesischen Verb für ‚sich vorbeugen‘ oder ‚den Kopf senken‘, was bereits in klassischen Texten wie den ‚Gesprächen des Konfuzius‘ belegt ist. Die Radikal-Kombination unterstreicht die menschliche Handlung: 亻 signalisiert eine Person im Akt, während 府 (ursprünglich ‚Amtsgebäude‘, hier als Lautträger) die Aussprache fǔ annähernd wiedergibt. Das Zeichen ist nicht piktografisch, sondern entwickelte sich schriftgeschichtlich aus der Siegel- und später der Kaishu-Schrift.

In moderner Sprache fungiert 俯 meist als Verb oder in festen Verbindungen, selten alleinstehend. Es vermittelt oft eine Nuance von Respekt, Demut, Kontrolle oder Überblick – etwa beim ‚Herabblicken auf das Volk‘ (俯瞰) oder beim ‚sich dem Willen beugen‘ (俯首). Aufgrund seiner hohen Abstraktionsstufe erfordert es präzise Kontextkenntnis; Fehlgebrauch kann ungewollt unterwürfige oder herablassende Konnotationen transportieren.

💬 Beispielsätze

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