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Schreibweise
Auch ausgesprochen: yù
HSK 6 Radikal: 口 6 Striche
💡 Denken Sie an ‚Xu‘ wie ‚Shhh!‘ – Mund (口) + ‚Yu‘ (于) = leiser Laut!
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📚 Zeichengeschichte & Erklärung

吁 (xū) meaning in English — Sh!

Historisch belegt ist 吸 in klassischen Quellen kaum; stattdessen erscheint 吁 gelegentlich in Ming- und Qing-Dynastie-Romanen als dramatischer Hinweis auf Stille oder heimliche Warnung – etwa wenn ein Diener seinen Herrn durch ein leises ‚xū‘ vor unerwünschtem Eindringen warnt. In modernen chinesischen Romanen und Filmdrehbüchern wird es systematisch eingesetzt, um nonverbale Kommunikation zu visualisieren, besonders in Spannungsszenen.

Formal handelt es sich nicht um ein Piktogramm, sondern um ein semantisches Kompositum: 口 deutet auf Mund- bzw. Sprachhandlung hin, 于 liefert den phonetischen Anhaltspunkt. Die Strichfolge folgt der üblichen Reihenfolge für 口-basierte Zeichen: erst das Radikal, dann der rechte Teil – was die Schreibrichtung und -logik für Lernende transparent macht.

Das Zeichen 吁 gehört zur Kategorie der phonetisch-semantischen Komposita und besteht aus dem Radikal 口 (Mund) sowie dem phonetischen Bestandteil 于. Es wird primär als Interjektion verwendet, um einen leisen, warnenden oder beruhigenden Laut wie das deutsche „Psst!“ oder „Sh!“ wiederzugeben – also ein zischendes, luftiges Ausatmen mit geschlossenen Lippen. Seine Verwendung ist stark kontextabhängig und tritt vor allem in schriftlichen Darstellungen von gesprochener Sprache auf.

Die beiden Aussprachen xū und yù spiegeln historische Lautentwicklungen wider: xū ist die heute dominierende Lesung im Standardchinesisch, während yù in klassischen Texten oder regionalen Varianten vorkommt. In der modernen Hochsprache ist yù jedoch äußerst selten und meist nur in festen Ausdrücken oder literarischen Zitaten belegt. Die Bedeutung bleibt bei beiden Lesungen nahezu identisch – stets mit einer impliziten Aufforderung zur Stille oder Vorsicht verbunden.

Als HSK-6-Zeichen ist 吁 kein Alltagszeichen, sondern dient vorwiegend der nuancierten Wiedergabe von Sprechakten in Literatur, Drehbüchern oder journalistischen Dialogen. Es erfordert Sensibilität für Tonfall und Kontext, da es keine eigenständige lexikalische Bedeutung wie ein Verb oder Substantiv besitzt, sondern rein funktional ist – vergleichbar mit deutschen Lautmalereien wie „Tss!“, „Pst!“ oder „Hush!“. Seine Seltenheit macht es zu einem Merkmal fortgeschrittener Textkompetenz.

💬 Beispielsätze

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