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Schreibweise
diào
HSK 6 Radikal: 口 6 Striche
💡 Denken Sie an 'Haken + Mund': Ein Haken hängt etwas an einer Öffnung – also 'aufhängen'.
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📚 Zeichengeschichte & Erklärung

吊 (diào) meaning in English — aufhängen

In der chinesischen Alltagssprache erscheint 吊 häufig in technischen Kontexten wie Bauwesen (吊车 – Autokran) oder in idiomatischen Wendungen wie 吊胃口 (wörtlich ‚den Appetit aufhängen‘), was bedeutet, jemanden absichtlich zu verunsichern oder zu fesseln, ohne zu befriedigen. Historisch dokumentiert ist 吊 seit der Zhou-Dynastie als juristischer Begriff für öffentliche Hinrichtung durch Erhängen; diese Praxis wurde bis ins frühe 20. Jahrhundert in lokalen Rechtsakten erwähnt.

Die Schriftform ist kein Piktogramm, sondern ein phono-semantisches Zeichen: 口 dient hier nicht als Sinnträger für ‚Mund‘, sondern als stilisierte Darstellung einer hängenden Leiche (mit Kopf in der Öffnung), während 中 ursprünglich den Lautwert unterstützte. Diese Interpretation ist durch archäologische Funde und frühzeitliche Kommentare zum Shuōwén Jiězì bestätigt.

Das Zeichen 吊 (diào) gehört zur HSK-Stufe 6 und zählt mit sechs Strichen zu den eher einfach strukturierten Schriftzeichen. Es besteht aus dem Radikal 口 (Mund, Öffnung) im oberen Teil und dem phonetischen Bestandteil 中 (zhōng) im unteren Teil – wobei letzteres historisch als Lautträger fungiert, obwohl die Aussprache heute nicht mehr identisch ist. Die Strichfolge beginnt mit einer horizontalen Linie, gefolgt von einer senkrechten, dann der rechteckigen Umrandung des Mundradikals.

Ursprünglich stammt 吊 aus dem Altkitaischen und bezeichnete das Aufhängen eines Körpers nach einer Hinrichtung – ein Brauch, der in frühen Strafrechtskodizes wie den Qin-Steininschriften dokumentiert ist. Diese konkrete, körperliche Vorstellung von ‚aufhängen‘ bildete die semantische Basis für spätere übertragene Bedeutungen wie ‚sich sorgen‘ oder ‚sehnen‘, besonders in klassischer Literatur.

Im modernen Hochchinesisch wird 吊 vor allem in festen Verbindungen verwendet: technisch für ‚heben‘ (z. B. beim Kran), emotional für ‚sich grämen‘ (吊胃口, sich auf etwas freuen, aber nicht bekommen), oder rituell für ‚Trauer bekunden‘ (吊唁). Seine Polysemie macht es zu einem typischen Beispiel dafür, wie ein einzelnes Zeichen durch Kontext komplett unterschiedliche Nuancen erhält – eine Herausforderung für fortgeschrittene Lernende.

💬 Beispielsätze

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