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Schreibweise
suō
HSK 6 Radikal: 口 10 Striche
💡 口 + 缩 = Mund, der Worte ‚zusammenpresst‘, um jemanden anzustiften.
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📚 Zeichengeschichte & Erklärung

唆 (suō) meaning in English — anstiften

Historisch belegt ist 唆 seit der Yuan-Dynastie (13.–14. Jh.) in Rechtsdokumenten und Strafrechtstexten – etwa im „Da Yuan Tong Zhi“, wo es zur Beschreibung von Anstiftung zu Diebstahl oder Rebellion verwendet wurde. In der modernen Sprache erscheint es vor allem in formellen Kontexten: Gerichtsberichten, politischer Kritik und Medienanalysen, z. B. in Wendungen wie ‚jemanden zum Protest anstiften‘. Es ist nicht Teil alltäglicher Umgangssprache, sondern behält einen distanzierten, bewertenden Ton.

Die Schriftform ist kein Piktogramm, sondern ein klare phono-semantische Zusammensetzung: 口 (Radikal 30, ‚Mund‘) deutet auf verbale Kommunikation hin; 缩 (suō) liefert die Aussprache und war ursprünglich ein eigenständiges Zeichen für ‚zusammenziehen‘. Eine direkte bildliche Herkunft (wie bei alten Piktogrammen) ist für 唆 nicht nachweisbar – es entstand als künstliches Schriftzeichen zur Differenzierung von semantisch nahen Verben wie 教 (lehren) oder 鼓 (ermutigen).

Das Zeichen 唆 (suō) gehört zur HSK-Stufe 6 und zählt zu den weniger häufigen, aber semantisch präzisen Verben der chinesischen Sprache. Es drückt eine aktive, oft negative Einflussnahme aus: jemand veranlasst oder bewegt eine andere Person, etwas zu tun – meist etwas Unrechtmäßiges, Gefährliches oder Unüberlegtes. Die Bedeutung liegt stärker auf der absichtlichen, manipulativen Anstiftung als auf neutralem Rat oder bloßer Anregung.

Etymologisch ist 唆 ein phonetisch-semantisches Kompositum: Der linke Teil 口 (Mund, Sprechen) signalisiert die mündliche, kommunikative Natur des Vorgangs; der rechte Teil 缩 (suō, ‚zusammenziehen‘, ‚verkürzen‘) dient primär als Lautträger, obwohl historisch auch Assoziationen mit dem ‚Zusammenpressen‘ von Worten zur gezielten Provokation diskutiert wurden. Die Schriftform ist seit der Song-Dynastie dokumentiert und blieb bis heute stabil.

In der Grammatik fungiert 唆 ausschließlich als Verb und steht fast immer transitiv mit einem Akkusativobjekt (die angestiftete Person) sowie einer Infinitiv- oder Nebensatzkonstruktion (die angestiftete Handlung). Typische Verbindungen sind 唆使 (suōshǐ) oder 唆摆 (suōbǎi), wobei letzteres in modernem Hochchinesisch selten geworden ist. In juristischen oder journalistischen Texten dient es zur präzisen Charakterisierung von Mittäterschaft durch Redeeinfluss.

💬 Beispielsätze

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