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Schreibweise
sāng
Auch ausgesprochen: sàng
HSK 6 Radikal: 十 8 Striche
💡 Denken Sie an 'Sarg' – beide beginnen mit 'S' und stehen für Trauer/Verlust.
Verwandte Wörter

📚 Zeichengeschichte & Erklärung

丧 (sāng) meaning in English — Trauer

Historisch dokumentiert findet sich 丧 bereits in der Zhou-Dynastie (ca. 1046–256 v. Chr.) in Orakelknocheninschriften und Bronzeinschriften als Teil von Ritualbegriffen wie 丧礼 (sānglǐ, ‚Trauerzeremonie‘). In der konfuzianischen Tradition war die korrekte Durchführung von Trauerritualen ein Kernaspekt der Moralvorstellung – das Zeichen 丧 signalisierte dabei nicht nur Emotion, sondern soziale Verantwortung. Bis heute ist es obligatorisch in amtlichen Dokumenten zum Todesfall und in Grabinschriften.

Die heutige Schriftform ist eine vereinfachte Weiterentwicklung des alten Zeichens 喪, das ursprünglich ein Piktogramm mit Kopfbedeckung und herabhängenden Armen darstellte – ein Trauernder. Die moderne Form 丧 behält lediglich die strukturelle Gliederung bei: 十 oben (als Rahmen) und unten (als Symbol für Verlust), ohne direkte bildliche Darstellung.

Das Zeichen 丧 (sāng) gehört zu den älteren Schriftzeichen der chinesischen Sprache und stammt ursprünglich aus dem Bronzeguss-Zeitalter. Es ist ein ideographisches Zeichen, das sich im Laufe der Zeit stilisiert hat, aber immer die Assoziation mit Trauer, Verlust und rituellem Abschied bewahrt hat. Seine Struktur besteht aus dem Radikal 十 (shí, ‚zehn‘), das hier nicht zählend, sondern symbolisch für Ordnung oder Vollständigkeit steht, und der Komponente (eine veraltete Form von 亡, ‚verloren gehen‘). Es wird ausschließlich in formellen, literarischen oder rituellen Kontexten verwendet.

In der modernen Sprache erscheint 丧 fast ausschließlich in festen Ausdrücken wie 丧事 (sāngshì, ‚Bestattungszeremonie‘) oder als Verb in der Bedeutung ‚trauern‘ oder ‚in Trauer sein‘. Die Aussprache sāng bezieht sich stets auf den rituellen, gesellschaftlich anerkannten Zustand der Trauer – etwa bei einem Todesfall in der Familie. Es ist kein alltägliches Verb wie ‚weinen‘, sondern trägt eine starke soziale und rituelle Konnotation.

Die zweite Aussprache sàng tritt nur in bestimmten festen Wendungen auf, z. B. in 丧气 (sàngqì), wo es ‚demoralisiert‘ oder ‚mutlos‘ bedeutet – hier ist die Bedeutung metaphorisch abgeleitet: Der ‚Geist‘ (qì) geht ‚verloren‘. Diese Verwendung ist idiomatisch und erfordert Kontextwissen. Im HSK-Level-6-Korpus kommt 丧 sowohl in klassischen Textausschnitten als auch in zeitgenössischen journalistischen oder literarischen Passagen vor, stets mit hoher semantischer Dichte und kultureller Signifikanz.

💬 Beispielsätze

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