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Schreibweise
tàn
HSK 6 Radikal: 口 5 Striche
💡 口 + 又 = Mund, der wiederholt seufzt → Seufzen
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📚 Zeichengeschichte & Erklärung

叹 (tàn) meaning in English — seufzen

Historisch dokumentiert begegnet 叹 bereits in klassischen Texten wie den ‚Gesprächen des Konfuzius‘ (Lunyu), wo es zur Darstellung emotionaler Reaktionen auf menschliches Verhalten oder kosmische Ungerechtigkeit dient. In der Tang- und Song-Dynastie wird es besonders in Gedichten genutzt, um melancholische Stimmungslagen zu verdichten. Heute findet es sich in Zeitungsartikeln, wenn über gesellschaftliche Entwicklungen mit Betroffenheit berichtet wird – etwa bei Umweltkatastrophen oder dem Verlust kulturellen Erbes.

Formal handelt es sich um ein vereinfachtes Zeichen: Die traditionelle Form war 歎, mit dem Radikal 口 und der Lautkomponente 難 (nán). Die Vereinfachung zu 叹 (mit 又 statt 難) erfolgte 1956 im Rahmen der chinesischen Schriftreform – ein klarer Fall von phonetischer Reduktion bei gleichzeitiger Beibehaltung des semantischen Radikals.

Das Zeichen 叹 (tàn) ist ein semantisches Phonetik-Zeichen aus der Klasse der Verbzeichen. Sein Radikal 口 (Mund) weist auf die mündliche, lautliche Dimension hin – hier konkret den stimmlichen Ausdruck eines Gefühls, nämlich des Seufzens. Die rechte Komponente 又 (wieder, erneut) dient als Lautkomponente und deutet historisch auf die Aussprache hin, obwohl die heutige Aussprache sich vom alten Lautwert entfernt hat.

Als HSK-Stufe-6-Zeichen gehört 叹 zu den fortgeschrittenen Vokabeln, die vor allem in literarischen, emotionalen oder reflektierenden Kontexten vorkommen. Es vermittelt nicht nur physisches Seufzen, sondern auch emotionale Resonanz: Enttäuschung, Wehmut, Erstaunen oder Ehrfurcht. Im Gegensatz zu alltäglichen Ausdrücken wie 哎 (āi) oder 哎呀 (āiyā) besitzt 叹 eine stilistisch gehobene, oft schriftliche Qualität.

Die Schreibweise mit nur fünf Strichen macht 叹 zwar einfach, doch seine Verwendung erfordert Feingefühl: Es steht selten allein, sondern meist in festen Verbindungen wie 感叹 (gǎntàn) oder 哀叹 (āitàn). In modernen Texten tritt es häufig in journalistischen Kommentaren, literarischen Beschreibungen oder philosophischen Reflexionen auf – stets mit einer Nuance von innerer Betroffenheit oder distanzierter Empathie.

💬 Beispielsätze

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