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Schreibweise
xiào
HSK 6 Radikal: 口 11 Striche
💡 口 + 肅 = Mund (口) macht ernsthaften Pfiff (肅 klingt wie xiào).
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📚 Zeichengeschichte & Erklärung

啸 (xiào) meaning in English — pfeifen

Historisch wurde 啸 in der Jin- und Südliche Dynastien-Zeit (3.–6. Jh.) von Daoisten und Gelehrten als Ausdruck innerer Freiheit und Verachtung konventioneller Normen genutzt – besonders bekannt ist die Gruppe der ‚Sieben Weisen vom Bambushain‘, die laut Überlieferung oft zusammen pfiffen und sangen. In der Tang-Dynastie erscheint es in Gedichten Li Baos als Mittel der emotionalen Entladung in der Natur.

Die Schriftform ist kein Piktogramm, sondern ein logographisches Kompositum: 口 (Mund) als semantisches Radikal signalisiert die Lautproduktion, während 肅 (sù) als phonetischer Bestandteil die ungefähre Aussprache angibt – ein Muster, das sich seit der Han-Zeit stabilisiert hat.

Das Zeichen 啸 (xiào) gehört zur sechsten HSK-Stufe und beschreibt das bewusste, oft kraftvolle Erzeugen von Tönen durch die Lippen – also das Pfeifen oder Zischen. Es ist kein alltägliches Verb wie sprechen oder rufen, sondern vermittelt eine expressive, manchmal dramatische oder naturnahe Handlung: etwa ein Einsiedler, der in den Bergen pfeift, oder ein Krieger, der vor dem Kampf einen lauten Schrei ausstößt. In klassischer Literatur dient es häufig zur Stimmungsbeschreibung.

Etymologisch besteht 啸 aus dem Radikal 口 (Mund) und dem phonetischen Bestandteil 肅 (sù), das hier die Aussprache annähert, aber zugleich Assoziationen mit Ernsthaftigkeit und Feierlichkeit evoziert. Das Zeichen ist kein reines Piktogramm, sondern ein phono-semantisches Kompositum – typisch für die Mehrheit chinesischer Schriftzeichen ab der Zhou-Dynastie. Seine Strichzahl beträgt 11, wobei die erste Komponente 口 drei Striche umfasst und der rechte Teil acht Striche zählt.

Im modernen Chinesisch wird 啸 seltener im Alltag verwendet; häufiger begegnet es in literarischen, poetischen oder historisierenden Kontexten. Es steht nicht für das spielerische Pfeifen eines Kindes, sondern für ein kultiviertes, oft männlich konnotiertes Ausdrucksmittel – etwa in der Tradition der ‚Berg- und Wald-Gelehrten‘ (shān lín zhī shì), die durch Pfeifen ihre Freiheit und Unabhängigkeit symbolisierten. Auch in der Militärgeschichte taucht es als Signalform auf.

💬 Beispielsätze

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