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Schreibweise
zhǐ
HSK 6 Radikal: 日 6 Striche
💡 Denken Sie an 'Ziel' + 'Ri' (日): Der Kaiser setzt sein Ziel – sein 'Ri' (Tag) ist gesetzt!
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📚 Zeichengeschichte & Erklärung

旨 (zhǐ) meaning in English — kaiserlicher Erlass

Historisch wurde 旨 fast ausschließlich in kaiserlichen Dokumenten verwendet, etwa in der Ming- und Qing-Dynastie, wo der Begriff 圣旨 (shèngzhǐ) den offiziellen Erlass des Kaisers bezeichnete – ein Dokument mit rotem Siegel, das absolute Autorität verkörperte. Bis heute wird der Begriff in historischen Filmen, Museumsausstellungen und amtlichen Texten zur chinesischen Verwaltungsgeschichte verwendet. Auch in modernen juristischen oder politischen Analysen erscheint 旨 in festen Wendungen wie 上级旨意 (shàngjí zhǐyì, ‚Anweisung der Vorgesetzten‘).

Formal ist 旨 kein Piktogramm, sondern ein phono-semantisches Zeichen: Der obere Teil 甘 (gān, ‚süß‘) deutet ursprünglich auf Geschmack hin, der untere Teil 日 (rì) dient hier lautlich als Hinweis auf die Aussprache (früher *tɕiʔ). Die semantische Entwicklung von ‚geschmackvoll‘ → ‚wohlgefällig‘ → ‚Absicht/Wille‘ ist gut dokumentiert in klassischen Texten wie dem Shuōwén Jiězì (100 n. Chr.).

Das Zeichen 旨 (zhǐ) gehört zum HSK-Niveau 6 und zählt zu den eher literarischen, historisch geprägten Vokabeln. Es besteht aus sechs Strichen und gehört zum Radikal 日 (Ri, ‚Tag/Sonne‘), das hier jedoch nicht die Bedeutung ‚Zeit‘ vermittelt, sondern als phonetischer Bestandteil fungiert – ein typisches Merkmal vieler chinesischer Lehnzeichen. Die ursprüngliche Bedeutung war ‚geschmackvoll‘ oder ‚wohlgefällig‘, was sich später auf die Absicht oder den Willen einer Autoritätsperson verlagerte.

Im klassischen Chinesisch bezeichnete 旨 oft die formelle Aussage eines Kaisers oder Ministers – also eine bindende, höchste Anordnung. Heute ist es fast ausschließlich in festen Ausdrücken wie 圣旨 (shèngzhǐ, ‚kaiserlicher Erlass‘) oder 旨意 (zhǐyì, ‚Wille/Anordnung einer Autorität‘) erhalten. Es tritt selten allein auf und ist kein Alltagswort, sondern ein stilistisch gehobenes, bürokratisch-historisches Lexem.

Die Schreibweise folgt einer klaren Strichfolge: Zuerst die obere horizontale Linie, dann der vertikale Strich mit Haken, gefolgt vom rechten Punkt, dem linken Punkt, der unteren horizontalen Linie und abschließend dem kurzen Strich nach rechts unten. Diese Ordnung ist entscheidend für die korrekte Form und Lesbarkeit – insbesondere im Unterschied zu ähnlichen Zeichen wie 甘 oder 早.

💬 Beispielsätze

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