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Schreibweise
zào
HSK 6 Radikal: 火 7 Striche
💡 Feuer (火) + Erde (土) = fester Herd – denk an 'Zaun' für 'zào'!
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📚 Zeichengeschichte & Erklärung

灶 (zào) meaning in English — Küchenherd

Historisch war die 灶 ein zentraler Ort im traditionellen chinesischen Haushalt – sowohl funktional als auch religiös. Seit der Han-Dynastie (206 v. Chr.–220 n. Chr.) wurde der Küchenherdgott Zàoshén verehrt; jährlich am 23. Tag des 12. Mondmonats wurde ihm Räucherwerk dargebracht, um seinen Bericht an den Himmel zu besänftigen. Diese Praxis ist bis heute in ländlichen Gebieten Südchinas dokumentiert. Der Begriff 灶 erscheint in amtlichen Aufzeichnungen der Ming- und Qing-Dynastie als Steuereinheit (z. B. „eine Familie, ein Herd“).

Die Schriftform ist kein reines Piktogramm, sondern ein phono-semantisches Zeichen: Das linke Element 火 deutet auf Feuer/Hitze hin, das rechte 土 (ursprünglich wohl 乕 oder ähnliches) lieferte den Lautwert. In der Kleinsiegel-Schrift (ca. 3. Jh. v. Chr.) zeigt sich bereits die klare Trennung in Feuer- und Bodenkomponente – ein Hinweis auf die feste, bodennahe Installation des Herdes.

Das Zeichen 灶 (zào) ist ein semantisches Kompositum aus dem Radikal 火 (Feuer) und dem phonetischen Bestandteil 土 (Tǔ, hier als Lautträger für den Ton zào). Es gehört zu den älteren Schriftzeichen, die bereits in der Bronzeinschriftzeit belegt sind und stets die konkrete Vorstellung eines fest installierten Herdes oder Kochplatzes vermitteln. Die sieben Striche folgen einer klaren, stabilen Strichfolge: zuerst das Feuerradikal links, dann die rechte Komponente mit horizontaler Abschlusslinie.

Im modernen Chinesisch bezeichnet 灶 nicht nur technische Kochgeräte, sondern auch kulturelle und rituelle Konnotationen – etwa den ‚Küchenherd-Gott‘ (Zàoshén), dessen Verehrung bis heute im chinesischen Neujahrsbrauchtum lebendig ist. Dies unterstreicht, dass 灶 mehr als ein funktionales Objekt ist: Es verkörpert Heim, Nahrungssicherheit und familiäre Kontinuität.

Als HSK-Stufe-6-Zeichen erscheint 灶 selten isoliert, sondern fast ausschließlich in festen Wortverbindungen wie 灶台 (Zàotái, Küchenherdplatte) oder 灶王爷 (Zàowángyé, Titel des Küchenherdgottes). Seine Verwendung ist stark kontextgebunden – in Alltagssprache eher selten, aber in kulinarischer Fachsprache, historischen Texten und Volkskunde unverzichtbar. Die Aussprache zào mit dem vierten Ton erfordert eine klare, fallende Intonation.

💬 Beispielsätze

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