田
Zeichengeschichte & Erklärung
In der chinesischen Alltagssprache begegnet 田 regelmäßig in landwirtschaftlichen Berichten, Geografieunterricht und amtlichen Dokumenten zur Flächennutzung. Es ist Bestandteil offizieller Begriffe wie 土地 (tǔdì, ‚Grund und Boden‘) und erscheint in Redewendungen wie 一分耕耘,一分收获 (yī fēn gēngyún, yī fēn shōuhuò – ‚Ein Teil Arbeit, ein Teil Ertrag‘), wobei 田 implizit als Ort der Anstrengung fungiert. Historisch dokumentiert ist seine Verwendung seit der Shang-Dynastie (ca. 1600–1046 v. Chr.) auf Orakelknochen.
Die Form von 田 ist ein klares Piktogramm: Sie spiegelt die archaische chinesische Feldvermessung wider, bei der Ackerflächen in vier gleich große Parzellen durch zwei sich kreuzende Wege geteilt wurden – visuell dargestellt durch das innere Kreuz und den äußeren Rahmen. Diese Struktur ist bereits auf Bronzegütern der Westlichen Zhou-Zeit nachweisbar.
Das Zeichen 田 (tián) ist ein klassisches Piktogramm und zählt zu den ältesten chinesischen Schriftzeichen. Seine Form stellt ursprünglich ein von Dämmen umgrenztes Ackerfeld dar – eine quadratische oder rechteckige Fläche mit vier gleichmäßigen Abschnitten, was auf die traditionelle chinesische Feldparzellierung im Zhou-Zeitalter hinweist. Es gehört zum Radikal 田 selbst und dient als Grundbaustein für zahlreiche landwirtschafts- und raumbezogene Komposita.
Als Radikal erscheint 田 in über 150 weiteren Zeichen, meist mit Bezug zu Landnutzung, Bodenbeschaffenheit oder administrativer Raumeinteilung – etwa in 畜 (xù, Viehzucht), 留 (liú, zurücklassen, urspr. ‚auf dem Feld verweilen‘) oder 界 (jiè, Grenze, wörtlich ‚Feld-Grenze‘). Seine graphische Einfachheit (fünf Striche) täuscht: Die korrekte Strichfolge ist entscheidend für Balance und Lesbarkeit.
Obwohl 田 heute primär ‚Ackerfeld‘ bedeutet, trägt es in historischen Texten auch abstrakte Bedeutungen wie ‚Territorium‘ oder ‚Lehen‘ (z. B. im Begriff 井田制 jǐngtiánzhì, dem antiken ‚Brunnenfeld-System‘). Im modernen Chinesisch bleibt es zentral in agrarischen, geografischen und administrativen Kontexten – von Landkarten bis zu Grundbuchämtern – und bildet die semantische Basis für Konzepte wie Besitz, Nutzung und Grenzziehung.
Beispielsätze
Zusammengesetzte Wörter
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