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Schreibweise
yǐng
HSK 6 Radikal: 页 13 Striche
💡 Denk an 'Ying' als 'Spitze' – wie die Spitze einer Ähre (Grain Head) und gleichzeitig an 'Ying' als 'Geistesblitz'!
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📚 Zeichengeschichte & Erklärung

颖 (yǐng) meaning in English — Ährenspitze

Historisch belegt ist 颖 bereits in der Han-Dynastie (206 v. Chr.–220 n. Chr.) in agrarischen Texten wie dem ‚Shuō Wén Jiě Zì‘ als Bezeichnung für die Spitze der Getreideähre. Später wurde es in biografischen Darstellungen genutzt, um besonders begabte Persönlichkeiten zu charakterisieren – etwa in der ‚Geschichte der späten Han‘ (Hòu Hàn Shū), wo es zur Beschreibung junger Gelehrter mit außergewöhnlicher Auffassungsgabe dient. Heute erscheint 颖 vor allem in chinesischen Vornamen (z. B. 李颖 Lǐ Yǐng) und in bildungssprachlichen Komposita.

Die Schriftform ist kein Piktogramm, sondern ein phono-semantisches Zeichen (xíngshēngzì): Das Radikal 页 deutet auf den ‚Kopf‘ bzw. ‚obersten Teil‘ hin, während 顷 (ursprünglich ‚kurze Zeit‘) hier nur die Lautnähe zu yǐng bietet. Die heute gültige Form entstand durch Vereinfachung im Lauf der Schriftentwicklung; die traditionelle Variante 頴 ist selten geworden.

Das Zeichen 颖 (yǐng) gehört zur HSK-Stufe 6 und zählt zu den fortgeschrittenen Schriftzeichen, die vor allem in literarischen, akademischen oder biografischen Kontexten auftauchen. Es besteht aus dem Radikal 页 (Seite, Kopf), das auf den oberen Teil des Körpers oder das Haupt hinweist, und dem phonetischen Bestandteil 顷 (qǐng), das hier nicht die Bedeutung, sondern die Aussprache annähernd wiedergibt. Die Strichzahl von 13 folgt einer klaren, symmetrischen Struktur: erst der Kopfteil (页), dann das untere phonetische Element.

Ursprünglich bezeichnete 颖 tatsächlich die ‚Spitze der Getreideähre‘ – also das zarte, vordere Ende der Ähre, das als Symbol für Frische, Empfindlichkeit und zugleich für Reife steht. Diese konkrete landwirtschaftliche Vorstellung wurde im Lauf der Zeit metaphorisch erweitert: 颖 entwickelte sich zu einem Begriff für ‚Scharfsinn‘, ‚Geistesblitze‘ oder ‚ausgeprägte Begabung‘ – weil wie die Ährenspitze ragt, so ragt auch ein hervorragender Geist über das Durchschnittliche hinaus.

In der klassischen Literatur findet sich 颖 häufig in festen Wendungen wie 颖悟 (yǐngwù, ‚schnelles Verstehen‘) oder 秀颖 (xiùyǐng, ‚hervorragend begabt‘). Im modernen Chinesisch wird es fast ausschließlich in Namen oder stilistisch gehobenen Ausdrücken verwendet – selten im Alltagsdialog. Seine Verwendung signalisiert Bildung, Feinheit und eine gewisse literarische Distanz zum Umgangssprachlichen.

💬 Beispielsätze

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