董
Zeichengeschichte & Erklärung
Historisch taucht 董 bereits in der Han-Dynastie (206 v. Chr.–220 n. Chr.) in amtlichen Dokumenten auf, um Funktionsträger mit Aufsichtsbefugnis zu bezeichnen – etwa als Titel für Inspektoren der Provinzverwaltung. In moderner Zeit wird es fast ausschließlich in institutionellen Kontexten verwendet: z. B. im Namen des ‚Aufsichtsrats‘ (董事会, dǒngshìhuì) oder bei der Bezeichnung von ‚Vorstandsmitgliedern‘ (董事, dǒngshì). Es kommt nicht in Umgangssprache vor und ist kein Bestandteil alltäglicher Verben wie ‚kontrollieren‘ oder ‚überprüfen‘.
Die Schriftform ist kein Piktogramm, sondern ein entwickeltes logographisches Zeichen: Das Radikal 艹 deutet ursprünglich auf Pflanzen hin, doch hier dient es rein formal als semantische Kategorie; die Bedeutung leitet sich allein aus der phonetischen Komponente 重 ab, die selbst ‚schwer‘ oder ‚gewichtig‘ bedeutet – eine metaphorische Verbindung zur Verantwortung der Aufsicht.
Das Zeichen 董 (dǒng) ist ein semantisches Kompositum mit dem Pflanzenradikal 艹 oben und der phonetischen Komponente 重 unten. Es gehört zur Gruppe der sogenannten ‚phonetisch-semantischen Zeichen‘ (xíngshēngzì), bei denen die obere Komponente meist die Bedeutungsklasse angibt – hier Pflanzen, obwohl die heutige Bedeutung ‚überwachen‘ keinen direkten botanischen Bezug hat. Historisch entstand diese Verbindung im Altkaiserlichen China, als das Zeichen für administrative Aufsichtsfunktionen verwendet wurde.
Die Aussprache dǒng entspricht genau der Lesung der unteren Komponente 重 (chóng/zhòng), wobei die Tonhöhe im Laufe der Sprachentwicklung zu dǒng wurde. Das Zeichen zählt zu den HSK-Stufe-6-Vokabeln, weil es vor allem in formellen, juristischen oder organisatorischen Kontexten vorkommt – etwa bei Aufsichtsräten oder staatlichen Kontrollgremien. Es ist selten im Alltagsgebrauch, aber unverzichtbar für Fachsprache.
Im Schreibprozess folgt 董 einer klaren Strichfolge: Zuerst die drei Striche des Radikals 艹 (wie eine symmetrische Krone), dann die acht Striche von 重 – darunter zwei horizontale Linien, ein senkrechter Strich, zwei schräge Striche links/rechts sowie der abschließende Punkt. Die Balance zwischen oberem Radikal und unterem Phonogramm ist entscheidend für die Lesbarkeit. Übungen sollten daher sowohl auf korrekte Strichreihenfolge als auch auf proportionale Anordnung achten.
Beispielsätze
Zusammengesetzte Wörter
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