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Schreibweise
biàn
HSK 6 Radikal: 辛 17 Striche
💡 Denk an 'BIAN' wie 'BAND' – zwei Bänder (Haarstränge) werden gebunden.
Verwandte Wörter

📚 Zeichengeschichte & Erklärung

辫 (biàn) meaning in English — Zopf

Historisch war das Zeichen 辫 eng mit dem mandschurischen Zopf (biànzi) verbunden, der während der Qing-Dynastie (1644–1912) als politisches Symbol und Zwangsfrisur für Han-Männer eingeführt wurde. Dokumentierte Quellen wie die Verordnungen des Shunzhi-Kaisers (1645) forderten explizit das Tragen des Zopfs als Loyalitätsbeweis. Nach der Republikgründung 1912 galt das Abschneiden des Zopfs als Akt der Modernisierung – ein Motiv, das in Lu Xuns Erzählung ‚Der Zopf‘ („Biànzi“, 1920) literarisch verarbeitet wurde.

Die Schriftform ist kein Piktogramm, sondern ein Leihzeichen mit phonetischem Komponentenanteil: 辫 leitet sich vom älteren Zeichen 辡 (biàn, ‚streiten‘, ‚unterscheiden‘) ab, das ebenfalls zwei ‚辛‘ enthält. Die Verdopplung von ‚辛‘ wurde später auf das Haar-Thema übertragen – möglicherweise wegen der visuellen Ähnlichkeit von geflochtenen Strängen und der symmetrischen Strichführung. Keine archäologische Quelle belegt jedoch eine direkte bildliche Herkunft.

Das Zeichen 辫 (biàn) ist ein semantisch-phonetisches Kompositum aus dem Radikal 辛 (xīn, ‚scharf‘, ‚schmerzhaft‘, hier als semantisches Zeichen für körperliche Empfindung oder rituelle Bedeutung) und dem phonetischen Bestandteil 辡 (biàn), das selbst wieder aus zwei identischen Teilen ‚辛‘ besteht. Es gehört zur Gruppe der komplexeren Zeichen des HSK-Stufen 6 und verlangt genaue Beachtung der Strichreihenfolge – insbesondere der drei horizontalen Striche im oberen Teil und der abwechselnden Richtung der Schleifen im unteren Teil.

Die 17 Striche folgen einer strengen Abfolge: zuerst das linke ‚辛‘-Radikal mit seinen sieben Strichen (Punkt, Horizontalstrich, senkrechter Strich mit Hakenschwung, etc.), dann das rechte ‚辡‘ mit zehn Strichen, wobei die beiden identischen ‚辛‘-Teile spiegelbildlich angeordnet sind. Diese Symmetrie ist nicht nur ästhetisch, sondern auch mnemotechnisch hilfreich – sie signalisiert die Verdopplung von Struktur, was auf die geflochtene, wiederholte Anordnung von Haarsträngen hinweist.

Im modernen Chinesisch bezeichnet 辫 primär eine Flechtfrisur – sei es bei Frauen, Kindern oder historisch beim Qing-Dynastie-Zopf (qīngdài biànzi). Das Zeichen steht nicht für jede Haarform, sondern spezifisch für eine durch mehrfaches Übereinandergreifen entstandene Struktur. Es wird selten allein verwendet, sondern fast immer in Zusammensetzungen wie 辫子 (biànzi) oder 麻花辫 (máhuābiàn), wodurch seine Bedeutung kontextuell präzisiert wird.

💬 Beispielsätze

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