钩
Zeichengeschichte & Erklärung
Historisch belegt ist 钩 seit der Han-Dynastie (206 v. Chr.–220 n. Chr.) in militärischen und landwirtschaftlichen Texten als Bezeichnung für metallene Hakenwaffen (z. B. Gou Jian, ein spezieller Haken-Schwerttyp) sowie für Befestigungselemente in Holzkonstruktionen. In der Ming-Zeit erscheint es in technischen Manuskripten zur Schiffsbaukunst als Teil von Takelagesystemen. Heute ist 钩 vor allem in technischen Normen (z. B. GB/T-Standards für Schraubenverbindungen) und in der Softwarelokalisierung fest verankert – etwa in der Übersetzung von „checkmark“ als 钩选 (gōuxuǎn).
Die heutige Form geht nicht direkt auf ein Piktogramm zurück, sondern entstand durch Vereinfachung aus dem alten Zeichen 鈎 (mit vollem Metallradikal 金). Der linke Teil 钅 ist die vereinfachte Form von 金 (Jīn, ‚Metall‘), was die Materialzugehörigkeit unmissverständlich kennzeichnet. Der rechte Teil 勾 stammt vom Zeichen für ‚umrunden, andeuten‘ und dient hier rein phonetisch – ohne semantische Verbindung zum Haken.
Das Zeichen 钩 (gōu) ist ein semantisch-phonetisches Kompositum mit dem Metallradikal 钅 links und dem Lautzeichen 勾 rechts. Es gehört zur Kategorie der Verbzeichen, die eine zielgerichtete, mechanische Handlung bezeichnen – hier das ‚Einhaken‘, ‚Anhaken‘ oder ‚Verbinden‘ mittels eines hakenförmigen Werkzeugs. Seine Struktur spiegelt die historische Verbindung zu metallenen Haken wider, wie sie in der antiken chinesischen Landwirtschaft, im Bauwesen oder in der Waffenkunde verwendet wurden.
Obwohl 钩 primär als Verb für ‚einhaken‘ oder ‚ankoppeln‘ fungiert, wird es heute auch häufig nominal gebraucht – etwa für Haken an Kleidungsstücken, Sicherheitsvorrichtungen oder technischen Komponenten. In der modernen Sprache tritt es vor allem in Fachkontexten auf: Elektrotechnik (z. B. Stromkreis-Haken), Software („Haken setzen“ = Checkbox aktivieren) oder Medizin (Chirurgiehaken). Sein HSK‑6‑Status weist auf seine Spezialisierung hin: Es ist kein Alltagswort, sondern gehört zum fortgeschrittenen Fachvokabular.
Die Aussprache gōu mit erstem Ton ist stabil und leicht zu merken, da sie identisch mit dem homophonen Zeichen 勾 (auch gōu, ‚umschreiben, andeuten, grob skizzieren‘) ist. Dieser phonetische Zusammenhang erleichtert das Erlernen – allerdings muss stets zwischen den beiden Zeichen unterschieden werden: Während 勾 sich auf grafische oder abstrakte Andeutung bezieht, betont 钩 stets die physische, oft metallische Funktion des Hakens. Die Unterscheidung erfolgt ausschließlich über das Radikal 钅 (Metall).
Beispielsätze
Zusammengesetzte Wörter
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