手
Zeichengeschichte & Erklärung
Handbewegungen spielen im chinesischen Alltag eine wichtige Rolle – etwa beim Gruß (Händeschütteln ist üblich, besonders in städtischen Berufskontexten), bei rituellen Handlungen (wie dem Halten der Hände vor der Brust beim Begrüßungsgruß „Gongshou“) oder beim Essen mit Stäbchen, wo die Handführung bewusst geübt wird. Redewendungen wie „手到擒来“ (shǒu dào qín lái – „sobald die Hand greift, ist die Beute da“) verdeutlichen die Verbindung von Handlung und Erfolg.
Historisch ist 手 eines der frühesten Piktogramme der Orakelknochen-Schrift (ca. 1200 v. Chr.), wo es tatsächlich wie eine abgebildete Hand aussah – mit drei deutlich sichtbaren Fingern und einem Armstumpf. Die heutige Form ist eine stilisierte Vereinfachung dieser ursprünglichen Darstellung, die seit der Siegel- und Kleinschrift (Zhuan Shu, Li Shu) kontinuierlich überliefert wurde.
Das Zeichen 手 (shǒu) ist ein klassisches Piktogramm und zählt zu den ältesten chinesischen Schriftzeichen. Es stellt stilisiert eine offene menschliche Hand mit ausgestreckten Fingern dar – die vier Striche symbolisieren Daumen, Zeige-, Mittel- und Ringfinger (der kleine Finger ist in der traditionellen Darstellung nicht separat dargestellt). Als Radikal Nr. 64 spielt es eine zentrale Rolle in über 300 zusammengesetzten Zeichen, vor allem solchen, die Bewegung, Greifen oder manuelle Tätigkeit betreffen.
Die Strichfolge ist einfach aber präzise: erst der senkrechte Strich für den Unterarm, dann der schräge Strich nach links-oben (Daumen), gefolgt vom horizontalen Strich nach rechts (Zeigefinger), und abschließend der schräge Strich nach rechts-unten (Mittelfinger). Diese Abfolge folgt strengen Regeln der chinesischen Schreibkunst – von oben nach unten, von links nach rechts – und ist essenziell für ästhetische Balance und korrekte Erkennbarkeit.
Im modernen Chinesisch fungiert 手 nicht nur als eigenständiges Substantiv, sondern auch als semantisches Radikal in Wörtern wie 打 (dǎ, „schlagen“), 拿 (ná, „nehmen“) oder 推 (tuī, „schieben“). Seine Bedeutung ist stark körperlich verankert, doch erweitert sich metaphorisch bis hin zu Konzepten wie „Fähigkeit“ (手巧 shǒuqiǎo – „geschickte Hände“) oder „Einflussbereich“ (手下 shǒuxià – „unter der Hand“, also „unter der Kontrolle von jemandem“).
Beispielsätze
Zusammengesetzte Wörter
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