乸
Zeichengeschichte & Erklärung
Das Zeichen 乸 ist ein rein kantonesisches Suffix, dokumentiert in historischen Handelsaufzeichnungen und landwirtschaftlichen Listen Südchinas ab dem späten 19. Jahrhundert, insbesondere in Guangdong und Hongkong. Es erscheint regelmäßig in Tierzuchtregistern, Marktverträgen und lokalen Rezepturen – etwa zur Unterscheidung von ‚Schweinehündin‘ (豬乸) von ‚Eber‘ (公豬). Keine Belege für Verwendung im klassischen Chinesisch oder im Mandarin vor dem 20. Jahrhundert existieren.
Die Form von 乸 leitet sich nicht von einem Piktogramm ab, sondern ist eine vereinfachte, regionale Variante des Zeichens 母 (mǔ, ‚Mutter‘), mit reduzierter Strichführung für schnelle handschriftliche Notation. Diese Reduktion ist typisch für kantonesische Alltagsschrift und entspricht keiner etymologischen Entwicklung, sondern einer pragmatischen Schreibkonvention.
Das Zeichen 乸 ist ein rein semantisches Suffixzeichen der chinesischen Sprache, das ausschließlich zur Kennzeichnung weiblicher Tiere oder – seltener – weiblicher Personen in bestimmten Dialekten (vor allem Kantonesisch) dient. Es gehört nicht zum standardisierten Hochchinesisch und erscheint daher weder in den HSK-Listen noch in offiziellen Lehrwerken für Mandarin. Seine Verwendung ist regional begrenzt und stammt überwiegend aus dem kantonesischen Sprachraum.
Im Gegensatz zu anderen Geschlechtssuffixen wie 男 (männlich) oder 女 (weiblich im allgemeinen Sinn) beschränkt sich 乸 streng auf die Tierwelt: Hündin, Katzenweibchen, Schweinehündin usw. Es ist kein eigenständiges Lexem mit lexikalischer Bedeutung, sondern funktioniert ausschließlich als gebundenes Morphem. Seine Aussprache nǎ entspricht der dritten Tonstufe im Kantonesischen (Jyutping: naa5), nicht der Mandarin-Aussprache.
Da 乸 keine Rolle im Standardchinesisch spielt, wird es in keiner offiziellen Schriftzeichenliste (wie GB, CNS oder Unihan) mit Strichzahl, Radikal oder Komponenten klassifiziert. In digitalen Systemen fehlt es oft vollständig oder wird als Sonderzeichen außerhalb des CJK-Grundbereichs behandelt. Für Lernende des Hochchinesisch ist es daher primär ein kulturhistorisches bzw. dialektologisches Detail – wichtig für die Analyse lokaler Medien, Tierhaltungsdokumente oder kantonesischer Literatur, aber nicht für den alltäglichen Sprachgebrauch.
Beispielsätze
Zusammengesetzte Wörter
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