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Schreibweise
Radikal: 人 4 Striche
💡 Denke an 'Zacke' – schräg, kantig, nicht gerade.
Verwandte Wörter

📚 Zeichengeschichte & Erklärung

仄 (zè) meaning in English — schief

Historisch dokumentiert findet sich 仄 bereits in der Han-Dynastie (206 v. Chr.–220 n. Chr.) in phonologischen Abhandlungen wie dem ‚Shuowen Jiezi‘, wo es als Tonbezeichnung für nicht-ebene, fallende oder steigende Intonationen definiert wird. In der Tang-Dynastie wurde es systematisch in Gedichtformen wie dem Jueju und Lüshi zur Regelung des Tonmusters eingesetzt. Bis heute bleibt es unverzichtbar in der Analyse klassischer Gedichte und in offiziellen Lehrplänen für chinesische Literatur an Universitäten.

Die Schriftform ist kein Piktogramm, sondern ein stark stilisiertes ideographisches Zeichen: Die vier Striche bilden eine asymmetrische, nach rechts geneigte Struktur – visuell spiegelt dies tatsächlich das Konzept ‚geneigt‘ oder ‚nicht gerade‘ wider. Dieser visuelle Hinweis auf Schieflage ist bewusst gestaltet und wurde seit der Song-Dynastie in Lehrmaterialien hervorgehoben.

Das Zeichen 仄 (zè) ist ein historisch bedeutsames Schriftzeichen mit vier Strichen und gehört zum Radikal 人 (Mensch), obwohl seine heutige Form nicht mehr direkt menschlich wirkt. Ursprünglich entstand es als phonetisch-semantisches Kompositum, wobei der linke Teil 人 die semantische Kategorie ‚menschliche Haltung‘ andeutet und der rechte Teil (eine vereinfachte Form von 仄 selbst oder ein alter Strichtyp) den Lautwert unterstützte. Es zählt zu den sogenannten ‚Tonsymbolen‘ in der chinesischen Verslehre.

In der klassischen chinesischen Dichtung bezeichnet 仄 spezifisch die ‚schiefen‘ oder ‚unbetonten‘ Töne – im Gegensatz zu 平 (píng, ‚eben‘), das die ‚ebenen‘, betonten Töne kennzeichnet. Diese Unterscheidung bildet die Grundlage für die Tonregeln (Pingze) in Tang-Gedichten und reguliert Reim, Rhythmus und Silbenstruktur über Jahrhunderte hinweg. Die Verwendung ist rein technisch-literarisch, nicht alltagssprachlich.

Heute erscheint 仄 fast ausschließlich in Fachkontexten: Literaturwissenschaft, klassischer Lyrik, Dichterhandbüchern oder Tonlehre-Kursen. Es ist kein HSK-Zeichen, da es im modernen gesprochenen Chinesisch praktisch nicht vorkommt. Sein Erwerb dient daher vor allem dem Verständnis traditioneller chinesischer Ästhetik und metrischer Systeme – nicht der Alltagskommunikation. Dennoch ist es ein Schlüsselzeichen für die tiefe Struktur chinesischer Poesie.

💬 Beispielsätze

Zusammengesetzte Wörter

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