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Schreibweise
Radikal: 刂 4 Striche
💡 Denk an 'Yi' wie 'Jäher' – mit Sichel (刂) mäht man Getreide.
Verwandte Wörter

📚 Zeichengeschichte & Erklärung

刈 (yì) meaning in English — mähen

Das Zeichen 刈 wird heute fast ausschließlich in literarischen, historischen oder fachsprachlichen Kontexten verwendet – etwa in landwirtschaftlichen Fachtexten, klassischen Gedichten oder juristischen Metaphern. Es erscheint beispielsweise in der alten Redewendung 刈草除根 (yì cǎo chú gēn), wörtlich ‚Gras mähen und Wurzeln entfernen‘, um eine gründliche Ausrottung von Problemen zu beschreiben. Diese Wendung ist dokumentiert seit der Han-Dynastie und findet sich noch heute in politischen oder journalistischen Analysen.

Die Schriftform ist kein Piktogramm, sondern ein phonetisch-semantisches Zeichen (xíngshēng): Der linke Teil (乂) liefert den Lautwert (yì), während das rechte Radikal 刂 (Dāo) die Bedeutung ‚mit einer Klinge schneiden‘ vermittelt. Die Form 乂 selbst stammt ursprünglich aus einem Zeichen für ‚Kreuzung‘ oder ‚Ordnung‘, wurde aber im Laufe der Zeit vereinfacht und als Lautträger übernommen.

Das Zeichen 刈 (yì) ist ein relativ seltenes, aber semantisch präzises Verb mit der Kernbedeutung ‚mähen‘ oder ‚schnitthafter Erntevorgang‘. Es gehört zur Kategorie der Handlungszeichen mit dem Radikal 刂 (Dāo), das die Verbindung zu einem scharfen Werkzeug – hier speziell einer Sichel oder Klinge – herstellt. Seine vier Striche sind klar strukturiert: ein horizontaler Strich (一), ein schräger Strich nach links unten (丿), ein zweiter schräger Strich nach rechts unten (㇏) und abschließend die rechte Radikalform (刂). Dies spiegelt die Bewegung des Mähens wider: erst das Aufsetzen, dann die schneidende Vorwärtsbewegung.

Etymologisch entstammt 刈 dem klassischen Chinesisch und ist bereits in frühen Texten wie den ‚Sprüchen des Konfuzius‘ (Lunyu) belegt – dort jedoch meist in metaphorischer Verwendung für das ‚Ausschalten‘ oder ‚Beseitigen‘ von Unrecht oder Fehlern. In der modernen Sprache ist es stark literarisch geprägt und kaum im Alltagsgebrauch anzutreffen; stattdessen dominieren Umgangsformen wie 割 (gē) oder 收割 (shōugē). Dennoch bleibt 刈 wichtig für das Verständnis historischer und poetischer Texte.

Obwohl nicht im HSK-Kanon enthalten, ist 刈 ein wertvolles Zeichen für fortgeschrittene Lernende, die sich mit landwirtschaftlicher Terminologie, klassischer Dichtung oder juristischer Metaphorik beschäftigen. Seine Einfachheit (nur vier Striche) täuscht: Die Bedeutung ist hochkontextuell und verlangt Kenntnis der kulturellen Assoziationen von ‚Sichel‘ als Symbol für Entscheidung, Reinigung oder göttliche Strafe (z. B. in daoistischen oder legalistischen Schriften). Ein genaues Verständnis erfordert also sowohl formale als auch kontextuelle Kompetenz.

💬 Beispielsätze

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