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Schreibweise
guì
Radikal: 刂 8 Striche
💡 Denken Sie an 'Guillotine' – beide beginnen mit 'Gui' und beziehen sich auf Enthauptung.
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📚 Zeichengeschichte & Erklärung

刽 (guì) meaning in English — enthaupten

Historisch wurde 刽 in amtlichen Strafdokumenten der späten Kaiserzeit zur Bezeichnung des Vollstreckers bei körperstrafrechtlichen Urteilen verwendet – etwa bei Amputationen als Nebenstrafe zu Verbannung oder Todesurteil. In der Qing-Dynastie (1644–1912) taucht das Zeichen in offiziellen Gerichtsprotokollen und Gesetzessammlungen wie den „Da Qing lüli“ auf, stets in festen Wortverbindungen wie 刽子手 (guìzishǒu, „Scharfrichter“). Heute ist es vollständig veraltet und kommt nur noch in historischen Fachtexten oder literarischen Zitaten vor.

Die Schriftform ist kein Piktogramm, sondern ein klares semantisch-phonetisches Zeichen: Der linke Teil 钺 war früher ein eigenständiges Zeichen für ein rituelles Beil und fungiert hier als phonetischer Anker; die rechte Komponente 刂 signalisiert die Kategorie „Schneiden/Trennen“. Die Strichzahl von 8 entspricht der vereinfachten Form, die seit der chinesischen Schriftreform von 1956 standardisiert ist.

Das Zeichen 刽 (guì) gehört zu den selteneren Schriftzeichen der chinesischen Sprache und wird heute fast ausschließlich in historischen, literarischen oder juristisch-formellen Kontexten verwendet. Es ist ein semantisch-phonetisches Kompositum: Der linke Teil 钺 (yuè) ist ein alter Begriff für eine rituelle Axt oder Beilwaffe, während die rechte Komponente 刂 (dāo), das Messer-Radikal, die Verbindung zur Handlung des Schneidens bzw. Trennens herstellt. Die Aussprache guì leitet sich vom phonetischen Bestandteil 钺 ab, dessen heutige Lesung zwar yuè lautet, aber in alten Dialekten und Tonvarianten zu guì führen konnte.

Im klassischen Chinesisch bezeichnete 刽 ursprünglich die Person, die eine Hinrichtung durch Enthauptung vollzog – also den „Henker“ oder „Scharfrichter“. Später erweiterte sich die Bedeutung auf die Tat selbst: das Abtrennen von Gliedmaßen oder Körperteilen, insbesondere im Strafrecht. Diese Verwendung findet sich in historischen Dokumenten wie den „Strafrechtsverordnungen der Qing-Dynastie“ sowie in klassischer Literatur wie dem Roman „Die Wasser-Marginalen“, wo 刽手 (guìshǒu) als synonym für „Hinrichter“ erscheint.

Heute ist 刽 praktisch nicht mehr im alltäglichen Sprachgebrauch vertreten. Es fehlt in allen HSK-Stufen, da es weder im modernen Standardchinesisch noch im schulischen Lehrplan vorkommt. Seine Relevanz liegt vielmehr in der historischen Sprachforschung, der Rekonstruktion alter Rechtsterminologie und der Analyse literarischer Texte aus der Ming- und Qing-Zeit. Für Lernende ist es daher vor allem ein Beispiel dafür, wie Radikale und phonetische Elemente zusammenwirken, um spezifische, oft gewaltsame Handlungen lexikalisch zu fassen.

💬 Beispielsätze

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