勖
Zeichengeschichte & Erklärung
勗 erscheint historisch in klassischen Texten wie dem ‚Shu Jing‘ (Buch der Urkunden) und später in offiziellen Dokumenten der Kaiserzeit, wo es zur Ermunterung von Beamten oder Nachkommen diente. In der modernen Zeit wird es fast nur noch in feierlichen Formulierungen genutzt – beispielsweise in Abschlussreden an Universitäten, in Ehrenurkunden oder auf Grabsteinen, um die Tugendhaftigkeit des Verstorbenen zu würdigen. Es ist Teil einer hochstilisierten Sprachebene und signalisiert Respekt und moralische Autorität.
Die Schriftform ist kein Piktogramm, sondern ein phono-semantisches Zeichen: 力 (Kraft) als semantisches Radikal deutet auf aktive, kraftvolle Einflussnahme hin, während 畜 (xù) – ursprünglich ‚züchten, sammeln‘ – hier rein phonetisch fungiert. Die moderne Strichfolge folgt klaren Regeln der Kalligraphie, wobei der letzte Strich des Radikals 力 besonders betont wird, um Entschlossenheit zu symbolisieren.
Das Zeichen 勖 (xù) ist ein semantisches Kompositum aus dem Radikal 力 (Kraft, Anstrengung) und dem phonetischen Bestandteil 畜 (xù), das hier die Aussprache vorgibt. Es gehört zu den weniger häufig verwendeten Zeichen im modernen Chinesisch und tritt vorwiegend in literarischen, klassischen oder feierlichen Kontexten auf. Seine Bedeutung ‚ermuntern‘, ‚zum Handeln auffordern‘ oder ‚aufmunternd ermahnen‘ enthält sowohl einen moralischen als auch einen motivierenden Aspekt.
Historisch stammt 勖 aus der klassischen chinesischen Sprache und findet sich unter anderem in alten Texten wie den ‚Büchern der Riten‘ (Liji) sowie in offiziellen Inschriften und Memorialtexten der Ming- und Qing-Dynastie. Es vermittelt eine respektvolle, oft ältere-generationsübergreifende Aufforderung – etwa von Lehrern an Schüler oder von Vätern an Söhne – und impliziert Verantwortung und ethische Führung.
Im heutigen Sprachgebrauch ist 勖 fast ausschließlich in festen Ausdrücken wie 勖勉 (xùmiǎn) oder in literarischen Werken, Ehrenurkunden, Grabinschriften oder akademischen Reden anzutreffen. Es wird nicht im Alltagschinesisch verwendet und gehört nicht zum HSK-Vokabular. Seine Seltenheit macht es für Lernende zu einem interessanten, aber nicht dringlichen Ziel – ideal für fortgeschrittene Studierende mit Interesse an klassischer Sprache und kultureller Nuance.
Beispielsätze
Zusammengesetzte Wörter
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