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Schreibweise
Radikal: 口 12 Striche
💡 口 + 提 = laut rufen → Denk an 'Tirade': laut, emotional, aus dem Mund!
Verwandte Wörter

📚 Zeichengeschichte & Erklärung

啼 (tí) meaning in English — laut weinen

Historisch dokumentiert findet sich 啼 bereits in der Han-Dynastie (206 v. Chr.–220 n. Chr.) in Texten wie dem ‚Shuōwén Jiězì‘, wo es als ‚lauter Ruf‘ definiert wird, vor allem bei Vögeln und Menschen in Not. In der klassischen Dichtung (z. B. Tang-Gedichte) beschreibt 啼 häufig das Klagen von Kranichen oder das Weinen von Witwen – stets mit klanglicher und emotionaler Wucht. Heute erscheint es vorrangig in festen Wendungen wie 啼笑皆非 (tí xiào jiē fēi), wobei das erste Zeichen dort metaphorisch für ‚verzweifeltes Weinen‘ steht.

Die Schriftform ist kein Piktogramm, sondern ein klares semantisch-phonetisches Zeichen: links 口 (Mundradikal), rechts 提 (Lautkomponente). Die Strichfolge folgt der traditionellen Reihenfolge für rechtslastige Komposita – zuerst das Radikal, dann die Lautkomponente mit ihren 8 Strichen.

Das Zeichen 啼 (tí) gehört zu den semantisch-phonetischen Komposita: Das Radikal 口 (Mund) deutet auf eine lautliche, mundbezogene Handlung hin – hier das laute Weinen oder Schreien. Der rechte Teil 提 (tí) dient als Lautkomponente und weist phonetisch auf die Aussprache hin, obwohl sich die heutige Aussprache leicht vom ursprünglichen Lautwert unterscheidet. Dieses Muster ist typisch für viele chinesische Zeichen mit verbalen Bedeutungen im Zusammenhang mit Stimme oder Lautäußerung.

Die Bedeutung ‚laut weinen‘ betont stets die akustische Intensität – nicht leises Schluchzen, sondern ein durchdringender, oft unkontrollierter Laut, wie bei Neugeborenen, Vögeln oder in literarischen Beschreibungen von Trauer. Im klassischen Chinesisch wurde 啼 häufig für Tierlaute verwendet, besonders für das Krähen des Hahns oder das Zwitschern von Vögeln, was die Verbindung zwischen menschlichem und tierischem Laut unterstreicht.

In der modernen Sprache tritt 啼 heute seltener isoliert auf, dafür aber in festen Ausdrücken und literarischen Kontexten. Es vermittelt eine poetische oder dramatische Nuance – etwa in der Beschreibung von Nachtvögeln, historischen Tragödien oder emotional aufgeladenen Szenen. Seine Verwendung signalisiert stilistische Absicht: Sie verleiht einer Aussage Tiefe, Melancholie oder Naturverbundenheit, ohne umgangssprachlich zu wirken.

💬 Beispielsätze

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