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Schreibweise
Radikal: 口 7 Striche
💡 Denken Sie an „Wuu“ wie ein Baby, das weint – Mund (口) + Ton (吾 → wū).
Verwandte Wörter

📚 Zeichengeschichte & Erklärung

呜 (wū) meaning in English — Wimmern

Historisch dokumentiert ist 呜 seit der Ming-Dynastie (1368–1644) als lautmalendes Zeichen in Volksdichtung und Theaterstücken belegt, etwa in Szenen mit weinenden Kindern oder trauernden Frauen. In der modernen Literatur (z. B. bei Lu Xun oder Ding Ling) dient es zur subtilen Darstellung innerer Verletzlichkeit – ohne explizite Emotionsbezeichnung. Es erscheint auch in offiziellen Dokumenten zur Sprachbeschreibung als Beispiel für interjektionale Lautmalerei.

Formal ist 呜 kein Piktogramm, sondern ein Leihzeichen (phonetisches Loan-Character): Die linke Komponente 口 deutet den sprachlichen Ursprung an, die rechte 吾 liefert nur die phonetische Näherung. Die Schriftform hat sich seit der Kleinen Siegelschrift (Xiaozhuan) stabil gehalten; eine graphische Evolution ist nicht nachweisbar.

Das Zeichen 呜 (wū) ist ein phonetisch-semantisches Kompositum aus dem Radikal 口 (Mund, Sprache, Lautäußerung) und dem phonetischen Bestandteil 吾 (wú), das hier die Aussprache annähernd wū liefert. Es gehört zu den sogenannten ‚Lautmalerei-Zeichen‘ (拟声词, nǐshēngcí), die nicht konzeptuell, sondern akustisch entstehen – also direkt ein Geräusch nachahmen. Seine sieben Striche folgen einer klaren, fließenden Abfolge: erst das Mund-Radikal links, dann die rechte Komponente mit horizontaler Abschlusslinie.

Die Bedeutung von 呜 konzentriert sich auf leise, emotionale, oft unterdrückte Laute: ein leises Wimmern, ein Seufzen, ein leises Summen oder ein tröstendes ‚Shhh‘. Im Gegensatz zu lauten Ausrufen wie 啊 (ā) oder 哎 (āi) signalisiert 呜 innere Betroffenheit, Traurigkeit oder Trostbedürfnis. Es wird häufig in literarischen oder emotionalen Kontexten eingesetzt, besonders in der Kinderliteratur oder in Dialogen mit psychologischer Nuance.

In der modernen chinesischen Sprache fungiert 呜 meist als Interjektion – also als eigenständiges, satzinternes Ausdrucksmittel – und selten als Verb oder Substantiv. Es ist kein HSK-Zeichen im offiziellen Curriculum (HSK 1–6), da es eher stilistisch als funktional gebraucht wird. Dennoch erscheint es regelmäßig in authentischen Texten, insbesondere in Romanen, Comics und gesprochener Sprache, wo emotionale Authentizität im Vordergrund steht.

💬 Beispielsätze

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