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Schreibweise
yàn
HSK 4 Radikal: 厂 6 Striche
💡 Denke an 'Yan' wie 'jäh' – jäh endet die Geduld!
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📚 Zeichengeschichte & Erklärung

厌 (yàn) meaning in English — verabscheuen

Historisch belegt ist 厌 seit der Han-Dynastie (206 v. Chr.–220 n. Chr.) in Texten wie dem *Shuōwén Jiězì*, wo es als ‚sich satt sehen‘ bzw. ‚die Fülle ablehnen‘ beschrieben wird – ein Ausdruck für das Erreichen einer emotionalen Schwelle. Heute erscheint es regelmäßig in Medienkritik, psychologischen Berichten oder sozialen Kommentaren, z. B. in Sätzen wie ‚Viele Jugendliche sind der ständigen Werbung überdrüssig‘ (厌倦广告).

Die Schriftform ist kein Piktogramm, sondern ein phono-semantisches Zeichen: 厂 gibt keine direkte Bedeutung wieder, sondern dient als semantisches Feld für ‚Außenraum‘ oder ‚Abgrenzung‘, während 央 den Lautwert liefert. Die Strichfolge (6 Striche) folgt einer klaren Reihenfolge: erst der horizontale Strich des Radikals, dann die vertikalen Elemente – typisch für früh entwickelte Leichtzeichen.

Das Zeichen 厌 (yàn) ist ein semantisches Kompositum aus dem Radikal 厂 (chǎng, ursprünglich ‚Steilhang‘ oder ‚Überdachung‘) und dem phonetischen Bestandteil 央 (yāng). Es gehört zum HSK-Stufe-4-Wortschatz und drückt eine starke emotionale Abneigung aus – nicht bloß Unbehagen, sondern tiefe Überdrüssigkeit oder Ekel. In der klassischen Sprache erscheint es bereits in Texten wie den *Analecta* Konfuzius’, wo es moralische Abscheu vor unethischem Verhalten bezeichnet.

Grammatisch fungiert 厌 meist als Verb mit transitiver Valenz: man verabscheut etwas Konkretes (z. B. eine Person, eine Gewohnheit oder eine Situation). Es ist kein alltägliches Verb im gesprochenen Chinesisch, sondern tritt häufiger in geschriebener Form auf – etwa in Essays, literarischen Beschreibungen oder formellen Kritiken. Seine Verwendung signalisiert oft eine reflektierte, fast philosophische Distanzierung.

Im modernen Sprachgebrauch wird 厌 selten allein verwendet; stattdessen dominiert die Zusammensetzung mit anderen Zeichen wie 厌烦 (yànfán, ‚sich langweilen‘) oder 厌恶 (yànwù, ‚Ekel empfinden‘). Die Aussprache yàn ist tonal stabil (4. Ton), was für Lernende eine klare, fallende Intonation erfordert – vergleichbar dem deutschen „Nein!“ mit Nachdruck. Ein falscher Ton führt leicht zu Missverständnissen (z. B. mit 焰 yàn ‚Flamme‘).

💬 Beispielsätze

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