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Schreibweise
kùn
HSK 4 Radikal: 囗 7 Striche
💡 Stell dir vor: Ein Baum (木) ist im Kreis (囗) eingesperrt → du fühlst dich eingeengt und müde!
Verwandte Wörter

📚 Zeichengeschichte & Erklärung

困 (kùn) meaning in English — eingesperrt

Historisch belegt ist 困 bereits im Orakelknochen- und Bronzinschriftkorpus (ca. 1200–256 v. Chr.) als Zeichen für ‚einkreisen‘, ‚belagern‘ oder ‚in eine missliche Lage bringen‘. In klassischen Texten wie den ‚Annalen des Frühlings und Herbstes‘ oder den ‚Gesprächen des Konfuzius‘ steht es häufig in politisch-militärischen Kontexten – etwa bei der Belagerung einer Stadt. Heute dominiert die Verwendung als Adjektiv oder Verb für ‚müde‘ bzw. ‚erschöpft‘, besonders in der Umgangssprache und in Redewendungen wie 困了 (kùn le) – ‚ich bin müde‘.

Als Piktogramm ist 困 kein reines Bildzeichen, sondern ein Sinnzeichen: Der äußere Rahmen 囗 symbolisiert Abschottung oder Umzingelung, während das innere 木 ursprünglich phonetisch war (früher *kʰuən). Die Form hat sich über Jahrtausende kaum verändert – ein seltenes Beispiel für orthografische Stabilität. Heute wird 困 fast ausschließlich in Kombinationen verwendet, nie isoliert als Hauptverb in formellen Texten.

Das Zeichen 困 (kùn) gehört zur HSK-Stufe 4 und zählt zu den grundlegenden Verben mit semantischer Tiefe. Es drückt primär eine physische oder psychische Einschränkung aus – etwa das Gefühl, eingeschlossen, blockiert oder in einer Ausweglosigkeit zu sein. Historisch entstand es als Sinnzeichen (semantisch-phonetische Komposition), wobei der äußere Rahmen 囗 (wéi, ‚Umkreis‘) die Idee der Begrenzung vermittelt und das innere Element 木 (mù, ‚Holz‘) ursprünglich einen Lautbestandteil darstellte.

Im modernen Chinesisch wird 困 nicht nur transitiv im Sinne von ‚jemanden einkreisen‘ verwendet (selten außerhalb historischer oder militärischer Kontexte), sondern vor allem intransitiv als Zustandsverb: ‚sich erschöpft fühlen‘, ‚müde sein‘ oder ‚in Schwierigkeiten stecken‘. Diese Bedeutungsverschiebung vom physischen Gefangensein zum subjektiven Empfinden von Erschöpfung oder Hilflosigkeit ist typisch für die Entwicklung chinesischer Verben.

Die Aussprache kùn mit dem vierten Ton ist konstant und leicht zu merken; sie unterscheidet sich klar von ähnlichen Tönen wie kūn („schwach“) oder kǔn (nicht existent). Die Strichfolge ist logisch: Zuerst der umschließende Rahmen (vier Striche), dann das innere 木 (drei Striche). Dies spiegelt die semantische Struktur wider – erst die Grenze, dann der Inhalt darin. Für Lernende ist es hilfreich, 困 als ein ‚Zustandsfeld‘ zu begreifen, das sowohl äußere als auch innere Einschränkungen umschließt.

💬 Beispielsätze

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