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Schreibweise
HSK 4 Radikal: 氵 8 Striche
💡 Denk an ‚PÖ‘ (wie Pökelwasser) – fließt schnell raus!
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📚 Zeichengeschichte & Erklärung

泼 (pō) meaning in English — verspritzen

Historisch belegt ist 泼 seit der Yuan-Dynastie (13.–14. Jh.) in volkssprachlichen Dramentexten und später in Romanen wie ‚Die Räuber vom Liangshan-Moor‘ als Verb für heftiges Verspritzen von Flüssigkeiten – etwa beim Werfen von Wasser zur Abkühlung oder beim dramatischen Ausgießen von Tee. In der traditionellen Tuschemalerei steht 泼墨 (pōmò) seit der Song-Dynastie für eine spezifische Technik des freien, gestischen Farbauftrags, die bis heute als Ausdruck künstlerischer Freiheit gilt.

Die Schriftform ist kein Piktogramm, sondern ein logographisches Kompositum: Das linke Element 氵 ist ein standardisiertes Wasser-Radikal, das semantisch verankert ist; das rechte Element ist eine stark vereinfachte Variante von 发 (fā), doch die heutige Form leitet sich phonetisch von 波 (bō) ab – daher die Aussprache pō. Die Strichzahl von 8 ist stabil seit der Vereinfachung 1956.

Das Zeichen 泼 (pō) gehört zur Gruppe der semantisch-phonetischen Komposita und besteht aus dem Wasser-Radikal 氵 links sowie dem phonetischen Bestandteil 发 (fā) rechts – allerdings in einer vereinfachten, historisch veränderten Form: das ursprüngliche Rechtselement war 发 (fā), das im Laufe der Schriftentwicklung zu 波 (bō) bzw. einer stilisierten Variante mutierte, wodurch die Aussprache pō entstand. Es ist kein reines Piktogramm, sondern ein deutlich strukturiertes Sinn-Klang-Zeichen.

Das Wasser-Radikal 氵 signalisiert unmittelbar die Beziehung zu Flüssigkeiten und Bewegung von Wasser – daher die Kernbedeutung ‚verspritzen‘, ‚herausschütten‘ oder ‚überschütten‘. Im klassischen Chinesisch wurde 泼 selten allein verwendet; erst in der späten Ming- und Qing-Dynastie tauchte es verstärkt in literarischen Beschreibungen von heftigen, dynamischen Handlungen auf, etwa beim Ausgießen von Farbe oder beim dramatischen Verspritzen von Wein.

In der modernen Sprache ist 泼 stark verbunden mit intensiven, oft emotionalen oder körperlichen Aktionen: Man spricht von 泼冷水 (jemandem kaltes Wasser übergießen = jemanden enttäuschen), 泼墨 (Tuschefarbe verschütten = spontane, expressive Tuschemalerei) oder 泼辣 (pōlà, wörtlich ‚scharf verspritzen‘ = temperamentvoll, durchsetzungsstark). Es vermittelt stets eine Vorstellung von Energie, Unkontrolliertheit oder direkter Wirkung.

💬 Beispielsätze

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