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Schreibweise
xiàn
HSK 4 Radikal: 羊 12 Striche
💡 Schaf (羊) + ‚danach‘ (次) = ich sehne mich danach wie ein Schaf – Neid!
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📚 Zeichengeschichte & Erklärung

羡 (xiàn) meaning in English — beneiden

Historisch belegt ist 羨 bereits in der Han-Dynastie (206 v. Chr.–220 n. Chr.) in Texten wie dem ‚Huainanzi‘ zur Beschreibung von Sehnsucht nach fremdem Besitz oder Status. In der Tang- und Song-Literatur erscheint es regelmäßig in Gedichten, um elegisch-distanzierte Bewunderung oder schmerzhaften Neid auszudrücken – etwa in Du Fus Gedicht ‚Auf dem Pavillon am Fluss‘, wo es den Kontrast zwischen eigener Armut und fremdem Wohlstand unterstreicht.

Die Schriftform leitet sich nicht von einem Piktogramm ab, sondern ist ein reines semantisch-phonetisches Zeichen: 羊 (yáng) dient hier phonetisch (altchinesisch *hjɛŋ), während 次 (cì) die semantische Richtung ‚nach unten blicken‘ – also ‚sich etwas untergeordnet wünschen‘ – vermittelt. Die heutige Strichfolge folgt streng den Regeln der Kalligraphie für link-rechts-Komposita.

Das Zeichen 羡 (xiàn) ist ein semantisches Kompositum aus dem Radikal 羊 (Schaf, hier als phonetischer Träger mit historischem Lautwert *hjɛn) und dem semantischen Bestandteil 次 (cì), das in der alten Form die Bedeutung ‚unterhalb‘ oder ‚nachfolgend‘ vermittelt. Es entstand während der Han-Zeit als Lehnzeichen für das Konzept des Begehrens nach dem, was andere besitzen – also nicht primär Hass, sondern eine emotionale Reaktion auf wahrgenommene Überlegenheit.

In der klassischen Literatur tritt 羡 häufig in moralphilosophischen Kontexten auf, etwa bei Mencius oder in den ‚Gesprächen des Konfuzius‘, wo Neid als menschliche Schwäche thematisiert wird, die durch Selbstkultivierung überwunden werden soll. Das Zeichen gehört nicht zu den frühesten Orakelknochen- oder Bronzeschriftzeichen, sondern entwickelte sich erst im Laufe der Siegel- und Kleinen Siegelschrift zur klaren Form mit 12 Strichen.

Im modernen Chinesisch wird 羡 fast ausschließlich in festen Verbindungen verwendet, selten allein. Seine Verwendung ist stilistisch eher literarisch oder formal – im gesprochenen Alltagschinesisch dominiert vielmehr das synonyme 嫉妒 (jídù). Die Aussprache xiàn ist konstant; es gibt keine alternativen Lesungen in Standardmandarin.

💬 Beispielsätze

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