屈
Zeichengeschichte & Erklärung
Historisch belegt ist 屈 bereits in der Zhou-Dynastie (ca. 1046–256 v. Chr.) in Orakelknocheninschriften als Ausdruck für ‚unterwerfen‘ oder ‚demütigen‘. In klassischen Texten wie den ‚Gesprächen des Mencius‘ wird 屈 wiederholt verwendet, um moralische Schwäche zu kennzeichnen – etwa wenn ein Weiser sich nicht dem Druck der Mächtigen beugt („不屈于权势“). Heute findet man es vor allem in juristischem, politischem und sportlichem Kontext.
Die Schriftform ist kein reines Piktogramm, sondern ein phono-semantisches Leihzeichen: Das Radikal 尸 deutet auf eine liegende oder gebeugte Körperhaltung hin, während die rechte Komponente (früher 出) lautlich orientiert war. Die heutige Form entstand durch Schreibvereinfachung im Laufe der Han-Zeit.
Das Zeichen 屈 (qū) gehört zur HSK-Stufe 5 und zählt zu den häufigeren Verben mit abstrakter Bedeutung. Es beschreibt physisches oder metaphorisches ‚Sich-Biegen‘, ‚Sich-Beugen‘ oder ‚Sich-Ergeben‘ – oft im Kontext von Unterwerfung, Demut oder körperlicher Flexibilität. Etymologisch verbindet es das Radikal 尸 (Shī), das ursprünglich ein liegender Körper darstellt, mit dem phonetischen Bestandteil 出 (chū, ‚herauskommen‘), was später zu 屈 vereinfacht wurde.
Im modernen Chinesisch wird 屈 fast ausschließlich verbal verwendet und selten allein stehend. Es tritt vorwiegend in festen Wortverbindungen auf, etwa bei der Beschreibung von Reaktionen auf Druck (z. B. 屈服 – ‚sich ergeben‘) oder körperlichen Bewegungen (z. B. 屈膝 – ‚die Knie beugen‘). Seine semantische Bandbreite reicht von neutralem physikalischem Biegen bis hin zu moralischer Kapitulation.
Grammatikalisch fungiert 屈 meist als transitive Verbform mit Objekt, wobei die Konstruktion häufig durch Partikel wie 了 oder 过 ergänzt wird, um Aspekt auszudrücken. Die Aussprache qū ist ein erstes Ton-Tonzeichen, dessen klare, hochgehaltene Intonation für Lernende besonders wichtig ist – ein falscher Ton führt leicht zu Missverständnissen (z. B. mit 曲 qǔ ‚Melodie‘). Die Strichfolge folgt einer klaren logischen Abfolge: zuerst das Radikal, dann die rechte Komponente.
Beispielsätze
Zusammengesetzte Wörter
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