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Schreibweise
hàn
HSK 6 Radikal: 日 7 Striche
💡 „Sonnenlicht (日) trocknet alles aus (干) → Dürre“
Verwandte Wörter

📚 Zeichengeschichte & Erklärung

旱 (hàn) meaning in English — Dürre

Im chinesischen Alltag begegnet 旱 hauptsächlich in offiziellen Mitteilungen, Wettervorhersagen und landwirtschaftlichen Warnsystemen. So meldete das China Meteorological Administration 2022 wiederholt ‚schwere Dürren‘ (严重干旱) in Sichuan und Chongqing – ein Begriff, der seit den 1980er Jahren standardisiert wurde und stets 旱 enthält. Auch in historischen Texten wie den ‚Zuo Zhuan‘ wird 旱 in Zusammenhang mit Hungersnöten und Opferritualen erwähnt, was seine kulturelle Assoziation mit existenzieller Bedrohung unterstreicht.

Die Schriftform ist kein Piktogramm, sondern ein logographisches Kompositum: 日 oben deutet auf die Sonne hin, deren intensive Strahlung Trockenheit verursacht; 干 unten ist sowohl semantisch (‚trocken‘) als auch phonetisch relevant. Diese Struktur ist seit der Siegel-Schrift (Zhuan Shu) unverändert überliefert und dokumentiert.

Das Zeichen 旱 (hàn) ist ein semantisches Kompositum aus dem Radikal 日 (Ri, ‚Sonne‘) und dem phonetischen Bestandteil 干 (gān, ‚trocken, austrocknen‘). Es gehört zur Gruppe der sogenannten ‚Radikal-Phonem-Zeichen‘, bei denen das linke oder obere Element die Bedeutungsklasse andeutet – hier: Sonne als Ursache von Trockenheit – und das rechte bzw. untere Element einen Lautwert vorgibt. Die Strichzahl von sieben ist vergleichsweise gering, was es zu einem mittelschweren Zeichen im HSK-6-Level macht.

Historisch entstand 旱 in der Zhou-Dynastie (ca. 1046–256 v. Chr.) als Schriftzeichen für extreme Trockenheit, die landwirtschaftliche Krisen auslöste. Es erscheint bereits in Orakelknocheninschriften und Bronzeguss-Texten, meist in Verbindung mit rituellen Bittgebeten um Regen. Im klassischen Chinesisch war es zentral in agraradministrativen Dokumenten und historiographischen Berichten wie den ‚Annalen der Frühlings- und Herbstzeit‘.

Im modernen Standardchinesisch wird 旱 überwiegend in formellen, medien- oder regierungsbezogenen Kontexten verwendet – etwa in Wetterberichten, Katastrophenmeldungen oder Klimadiskursen. Es tritt selten isoliert auf, sondern fast immer in Zusammensetzungen wie 干旱 (gānhàn) oder 旱灾 (hànzāi). Seine Verwendung signalisiert stets eine schwerwiegende, langanhaltende Wasserknappheit – nicht bloß vorübergehende Trockenheit.

💬 Beispielsätze

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