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Schreibweise
HSK 6 Radikal: 木 9 Striche
💡 木 + 古 = Baum (木), der so alt (古) ist, dass er verdorrt.
Verwandte Wörter

📚 Zeichengeschichte & Erklärung

枯 (kū) meaning in English — verdorrt

Historisch dokumentiert findet sich 枯 bereits in der Han-Zeit (206 v. Chr.–220 n. Chr.) in medizinischen und landwirtschaftlichen Texten, um Pflanzenschäden durch Wassermangel zu beschreiben. In klassischer Lyrik – etwa bei Du Fu – steht 枯 oft für kulturelle Verödung oder seelische Leere. Heute wird es in offiziellen Berichten zur Dürre (z. B. 枯水期, ‚Niedrigwasserzeit‘) sowie in Umweltberichten verwendet. Bekannt ist die Redewendung 枯木逢春 (kūmù féngchūn, ‚ein verdorrter Baum erlebt den Frühling‘), die Hoffnung nach langem Stillstand symbolisiert.

Die Schriftform ist kein Piktogramm, sondern ein entwickeltes Sinn-Laut-Zeichen: 木 als Radikal ist klar pflanzlich; 古 war ursprünglich ein Bild einer alten, gekrümmten Person (甲骨文), wurde aber früh als Lautkomponente für kū adaptiert. Die heutige Form entstand durch Vereinfachung während der Han-Zeit und ist seit der Tang-Dynastie stabil.

Das Zeichen 枯 (kū) gehört zur Radikalgruppe 木 (Mù, ‚Holz‘ oder ‚Baum‘), was auf seinen semantischen Bezug zur Pflanzenwelt hinweist. Es besteht aus neun Strichen und ist ein typisches Sinnzeichen (semantisches Kompositum): Der linke Teil 木 deutet den Bereich der Vegetation an, der rechte Teil 古 (gǔ, ‚alt‘) verleiht die Bedeutung ‚alt bis zur Trockenheit‘ – also ‚vertrocknet‘ oder ‚verdorrt‘. Dieser Aufbau folgt dem klassischen Prinzip von Radikal + Lautkomponente, wobei 古 hier zugleich semantisch und lautlich wirkt.

Im modernen Chinesisch wird 枯 fast ausschließlich in bildhaften oder literarischen Kontexten verwendet, selten im Alltagsgespräch. Es beschreibt nicht einfach ‚trocken‘, sondern einen fortgeschrittenen Zustand des Verfalls: abgestorbene Äste, vertrocknete Blätter nach langer Dürre oder metaphorisch eine ausgelaugte Emotion. Seine Verwendung impliziert immer einen Kontrast zu Leben, Saft oder Frische – etwa in poetischen Beschreibungen der Herbstlandschaft oder in philosophischen Texten über Vergänglichkeit.

HSK-Stufe 6 zeigt an, dass 枯 ein fortgeschrittenes Vokabelzeichen ist, das vor allem in geschriebener Sprache, Literatur und akademischem Kontext vorkommt. Es erscheint häufig in festen Wendungen wie 枯燥 (kūzào, ‚langweilig‘ – wörtlich ‚trocken und mühsam‘) oder 枯萎 (kūwěi, ‚welken‘), wo es stets den Aspekt der Vitalitätslosigkeit verstärkt. Für Lernende ist es wichtig, 枯 nicht mit allgemeinen Trockenheitsbegriffen wie 干 (gān) zu verwechseln – es ist spezifisch auf biologischen Verfall bezogen.

💬 Beispielsätze

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