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Schreibweise
Auch ausgesprochen: nì
HSK 6 Radikal: 氵 8 Striche
💡 Wasser (氵) + 'Ni' (尼) = nass und klebrig wie Schlamm!
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📚 Zeichengeschichte & Erklärung

泥 (ní) meaning in English — Schlamm

Historisch wurde 泥 in landwirtschaftlichen Handbüchern der Westlichen Han-Dynastie (206 v. Chr.–9 n. Chr.) zur Beschreibung von Ackerboden und Sumpfböden verwendet. In der Tang-Dynastie taucht es häufig in Gedichten auf, um natürliche Unordnung oder menschliche Vergänglichkeit zu symbolisieren – etwa bei Du Fu, der Schlamm als Metapher für politische Verstrickung nutzte. Heute ist 泥 alltäglich in Wetterberichten (Schlammregen), Bauvorschriften (Schlammtransport) und Umgangssprache (z. B. 泥巴, níba, umgangssprachlich für „Schlamm“).

Die Schriftform ist kein Piktogramm, sondern ein klares semantisch-phonetisches Zeichen: Das linke Element 氵 (Wasser) deutet den Stoffzustand an, das rechte 尼 (nǐ/ní) liefert den Lautwert und war ursprünglich ein eigenständiges Zeichen mit der Bedeutung „verweilen“ – was indirekt auf die zähe, haftende Natur des Schlammes verweist.

Das Zeichen 泥 (ní) ist ein semantisch-phonetisches Kompositum mit dem Wasserradikal 氵 links und dem phonetischen Bestandteil 尼 rechts. Es gehört zur Gruppe der Zeichen, die durch Wasser-Assoziationen geprägt sind – hier konkret: feuchte, formbare Erde. Historisch entstand es in der Han-Zeit als Standardbezeichnung für schlammige Substanzen und erscheint bereits in frühen medizinischen und landwirtschaftlichen Texten.

Die Aussprache ní (Tonsilbe 2) ist die häufigste; nì (Tonsilbe 4) tritt nur in festen Ausdrücken wie 泥古 (nìgǔ, „sich starr an alte Regeln halten“) auf – eine seltene, aber lehrreiche Ausnahme, die auf sprachliche Veränderungen im klassischen Chinesisch hinweist. Die Tonsilbe 4 signalisiert hier eine verbale, abwertende Nuance.

Als HSK-Stufe-6-Zeichen fordert 泥 fortgeschrittene Lernende nicht nur durch seine Bedeutung, sondern auch durch seine Rolle in idiomatischen Wendungen und metaphorischen Verwendungen. Es steht oft für Unreinheit, Hemmnis oder emotionale Verwirrung – etwa in 香泥 (xiāngní, „duftender Schlamm“, poetisch für zärtliche Umarmung) oder 泥足 (nízú, „Schlammfüße“, d. h. Schwäche im Fundament). Diese figurative Breite macht es kulturell besonders reichhaltig.

💬 Beispielsätze

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