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Schreibweise
Auch ausgesprochen: mī
HSK 6 Radikal: 目 11 Striche
💡 Denk an 'Mie' wie 'Miese Laune' – Augen zusammenkneifen!
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📚 Zeichengeschichte & Erklärung

眯 (mí) meaning in English — die Augen zusammenkneifen

Historisch dokumentiert ist 眯 seit der späten Ming- und Qing-Dynastie in literarischen Texten zur Beschreibung subtiler mimischer Reaktionen – etwa bei Figuren, die vor hellem Licht blinzeln oder misstrauisch blicken. In modernen Medien (Filmen, Romanen, Alltagsdialogen) ist es ein Standardausdruck für visuelle Anpassung, z. B. beim Betrachten eines hellen Bildschirms oder beim Blick in die Sonne. Es findet sich häufig in der Literatur von Lu Xun und Ba Jin als Stilmittel zur Charakterisierung innerer Distanz oder Vorsicht.

Die Schriftform ist kein Piktogramm, sondern ein entwickeltes phonetisch-semantisches Zeichen. Der rechte Teil 迷 stammt von einem alten Zeichen für ‚sich verirren‘ und wurde hier lautlich adaptiert. Visuell entsteht der Eindruck einer eingeschränkten Sicht: die vertikalen Striche des Radikals 目 werden durch den rechten Teil optisch „verengt“, was die semantische Nuance unterstützt.

Das Zeichen 眯 gehört zur Radikalgruppe 目 (Auge) und besteht aus 11 Strichen. Es ist ein semantisch-phonetisches Kompositum: Der linke Teil 目 gibt die Bedeutungsebene (Augenbezogenheit) vor, der rechte Teil 迷 (mí) liefert den Lautwert und trägt zugleich eine nuancierte Bedeutung von ‚verwirren‘ oder ‚sich verlieren‘ – was sich in der Hauptbedeutung ‚die Augen halb schließen, zusammenkneifen‘ widerspiegelt. Obwohl die Angabe ‚to blind‘ im Prompt steht, ist dies eine vereinfachte bzw. irreführende Übersetzung: 眯 beschreibt kein vollständiges Erblinden, sondern eine willentliche, oft situationsbedingte Reduktion der Sehöffnung.

In der modernen Sprache wird 眯 fast ausschließlich als Verb verwendet, meist in Verbindung mit Lichtreizen (z. B. Sonnenlicht), Emotionen (z. B. Skepsis, Argwohn) oder körperlicher Ermüdung. Es ist ein hochkontextuelles Verb: Die Handlung ist stets bewusst, kurzfristig und reversibel. Im Gegensatz zu anderen Augen-Verben wie 看 (anschauen) oder 瞧 (spähen) betont 眯 die sensorische Einschränkung durch Lidbewegung – nicht durch Entfernung oder Fokus.

Die Aussprache mí (2. Ton) ist dominant; mī (1. Ton) tritt nur in sehr seltenen, regionalen oder altertümlichen Kontexten auf und ist im HSK-6-Korpus nicht dokumentiert. Das Zeichen erscheint in keiner gängigen chinesischen Idiomatik als eigenständiges Substantiv oder Adjektiv. Seine sprachliche Funktion bleibt strikt verbal und beschreibend – es dient der präzisen Darstellung einer feinmotorischen Augenbewegung, die in der deutschen Sprache meist mit Wendungen wie ‚die Augen zusammenkneifen‘, ‚die Augen leicht schließen‘ oder ‚die Augen vor dem Licht zukneifen‘ wiedergegeben wird.

💬 Beispielsätze

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