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Schreibweise
HSK 6 Radikal: 禾 7 Striche
💡 Denk an 'Tü' wie 'Tümpel' – ohne Haare wie ein leerer Tümpel!
Verwandte Wörter

📚 Zeichengeschichte & Erklärung

秃 (tū) meaning in English — kahl

Historisch belegt ist 秃 seit der Jin-Dynastie (3.–5. Jh.) in medizinischen Texten wie dem ‚Handbuch der Notfalltherapie‘ (Zhou Hou Bei Ji Fang) zur Beschreibung von Haarverlust. In der klassischen Literatur dient es oft der Charakterisierung von Mönchen oder Weisen – etwa in Tang-Gedichten, wo ‚kahler Kopf‘ symbolisch für Weltentsagung steht. Heute findet es sich vor allem in festen Wortverbindungen wie 秃顶 (tūdǐng, ‚Glatze‘) oder in journalistischen Metaphern (z. B. ‚kahl geschorene Wälder‘).

Die Schriftform ist kein Piktogramm, sondern ein entwickeltes Ideogramm: Die heutige Struktur mit 禾 links und 乇 rechts entstand aus einer früheren Form mit dem Kopf-Radikal (页), das im vereinfachten Chinesisch durch 禾 ersetzt wurde – ein typischer Fall von phonetischem Ersatz ohne semantische Kontinuität.

Das Zeichen 秃 (tū) bedeutet wörtlich ‚kahl‘ oder ‚bald‘ und beschreibt vor allem den Zustand fehlenden Kopfhaars – sowohl bei Menschen als auch metaphorisch bei kahlen Landschaften oder Pflanzen. Es gehört zu den sogenannten semantisch-phonetischen Komposita: Der linke Teil 禾 (hé) ist das Getreide-Radikal, das hier jedoch nicht in seiner ursprünglichen Bedeutung steht, sondern als phonetischer Träger fungiert – historisch mit ähnlicher Aussprache wie tū im Altkinesischen. Die rechte Komponente 乇 ist ein vereinfachter Rest einer älteren Form, die ursprünglich ein kahles Haupt symbolisierte.

Obwohl das Radikal 禾 heute primär mit Landwirtschaft assoziiert wird, spielt es bei 秃 keine semantische Rolle – eine wichtige Erkenntnis für Lernende: Nicht jedes Radikal trägt Sinn, manche dienen nur der Lautangabe. Dieses Zeichen ist ein klassisches Beispiel für einen phonetischen Ersatz, bei dem das ursprüngliche semantische Radikal im Lauf der Schriftentwicklung verloren ging. Seine heutige Form entstand während der Vereinheitlichung der Schrift unter der Han-Dynastie.

Als HSK-Stufe-6-Zeichen ist 秃 relativ selten im Alltagsgebrauch, erscheint aber regelmäßig in literarischen, medizinischen oder humorvollen Kontexten – etwa bei Beschreibungen von Haarausfall (脱发), satirischen Porträts oder in Redewendungen wie 秃子 (tūzi, ‚Glatzkopf‘). Es vermittelt oft eine leichte Abwertung oder scherzhafte Distanz, was bei Übersetzungen berücksichtigt werden muss. Die Aussprache tū ist ein klarer 1. Ton – kurz, hoch und gleichbleibend.

💬 Beispielsätze

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