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Schreibweise
yùn
HSK 6 Radikal: 酉 11 Striche
💡 Denk an 'Yun' wie 'Yun-gemacht' – Wein wird langsam 'yun'-gebrannt.
Verwandte Wörter

📚 Zeichengeschichte & Erklärung

酝 (yùn) meaning in English — brauen

Das Zeichen 酝 wird heute vor allem in Fachtexten zur chinesischen Weinkultur, historischen Kochbüchern oder literarischen Werken verwendet – etwa in Ausdrücken wie 酝酿 (yùnniàng, ‚reifen lassen, planen‘). Es findet sich in offiziellen Dokumenten der chinesischen Nationalen Weinstiftung und in UNESCO-Beschreibungen zur traditionellen Reisweinherstellung in Shaoxing. Auch in zeitgenössischen Zeitungen taucht es in Redewendungen wie ‚die Situation wird langsam ausgebrütet‘ (figurativ für strategische Vorbereitung) auf.

Die Form geht nicht auf ein Piktogramm zurück, sondern entstand als Leihzeichen im frühen Chinesisch: Das Radikal 酉 war seit der Shang-Zeit (ca. 1600–1046 v. Chr.) Symbol für Weinbehälter und Fermentationsprozesse; 云 wurde phonetisch gewählt, um die Aussprache yùn anzudeuten – ein typisches Muster bei Zeichen der Han-Zeit (206 v. Chr.–220 n. Chr.).

Das Zeichen 酝 (yùn) ist ein semantisch-phonetisches Kompositum aus dem Radikal 酉 (yǒu), das mit Getreidefermentation, Weinherstellung und alkoholischen Getränken assoziiert ist, sowie dem phonetischen Bestandteil 云 (yún), das hier die Aussprache annähernd wiedergibt. Es gehört zu den fortgeschrittenen Zeichen des HSK-Stufenplans (Level 6) und tritt fast ausschließlich in schriftsprachlichen, literarischen oder technischen Kontexten auf – selten im gesprochenen Alltagschinesisch.

Die Bedeutung ‚brauen‘ bezieht sich primär auf den langsam verlaufenden, kontrollierten Fermentationsprozess von Wein, Reiswein oder anderen alkoholischen Getränken. Im Gegensatz zu alltäglichen Verben wie 酿 (niàng), das ebenfalls ‚brauen‘ bedeutet, besitzt 酝 eine stärker poetische, metaphorische oder technisch-präzise Konnotation – etwa bei der Beschreibung der Reifung von Charakter, Ideen oder Emotionen.

Historisch gesehen erscheint 酝 bereits in klassischen Texten der Song-Dynastie (960–1279) zur Beschreibung der Weinkunst und wurde später auch figurativ verwendet, z. B. in der Literaturkritik für die langsame Entfaltung künstlerischer Absicht. Seine Strichzahl beträgt 11, und die Schreibrichtung folgt streng den konventionellen Regeln: zuerst das Radikal 酉 (links), dann das rechte Element 云 – mit korrekter Abfolge von horizontalen, fallenden und punktförmigen Strichen.

💬 Beispielsätze

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