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Schreibweise
yǐn
Auch ausgesprochen: yìn
HSK 6 Radikal: 阝 11 Striche
💡 Denk an 'YIN' wie 'Yin-Yang': Yin ist das Verborgene, Dunkle – und 隐 bedeutet 'versteckt'.
Verwandte Wörter

📚 Zeichengeschichte & Erklärung

隐 (yǐn) meaning in English — verborgen

Historisch belegt ist 隐 seit der Han-Dynastie (206 v. Chr.–220 n. Chr.) in offiziellen Dokumenten und klassischen Texten wie dem Zhuangzi als Schlüsselbegriff für den freiwilligen Rückzug aus politischem Amt zugunsten eines ruhigen, naturnahen Lebens. In der Ming- und Qing-Zeit wurde es auch in Gerichtsakten zur Beschreibung nicht öffentlich bekannter Tatbestände verwendet. Heute erscheint es regelmäßig in Medienberichten über Datensicherheit, z. B. in der Formulierung 'die Daten sind verschlüsselt und somit verborgen' (数据已加密,因而隐).

Die heutige Schriftform geht auf die Siegelschrift zurück, wo 隐 ursprünglich ein vereinfachtes Bild eines Menschen, der sich hinter einem Hügel (阜) versteckt, darstellte. Der linke Teil 彐 war ursprünglich ein stilisiertes Symbol für eine Hand oder einen Arm – später entstand daraus ein rein phonetischer Träger ohne ikonische Funktion.

Das Zeichen 隐 (yǐn) gehört zur Gruppe der semantisch-phonetischen Komposita und besteht aus dem Radikal 阝 (rechte Seite, abgeleitet vom Bergzeichen 阜) sowie dem phonetischen Bestandteil 彐 (jì, hier aber nicht als Lautträger im modernen Mandarin wirksam). Es ist ein HSK-6-Zeichen, das in fortgeschrittenen Texten häufig für abstrakte Konzepte wie Verborgenheit, Geheimhaltung oder Rückzug steht – etwa in philosophischen Werken des Daoismus oder juristischen Dokumenten zu Datenschutz.

Die zweite Aussprache yìn tritt selten auf und ist meist veraltete Lesung in festen Ausdrücken oder Dialekten; im modernen Hochchinesisch dominiert yǐn. Das Zeichen wird in der Schrift immer mit 11 Strichen geschrieben, wobei die Reihenfolge strikt eingehalten werden muss: erst die obere horizontale Linie des Radikals, dann die drei Striche von 彐, danach die senkrechte Linie und abschließend die beiden kurzen Schrägen am Radikal.

Im Kontext der chinesischen Kulturgeschichte spielt 隐 eine zentrale Rolle bei der Darstellung des idealen Weisen, der sich aus der Welt zurückzieht – ein Motiv, das besonders in der Tang- und Song-Dynastie in Gedichten und Landschaftsmalerei sichtbar wird. Auch in der modernen Sprache bleibt es lebendig, etwa in Begriffen wie 隐私 (yǐnsī, Privatsphäre) oder 隐患 (yǐnhuàn, latente Gefahr), wo es stets die Idee einer nicht unmittelbar sichtbaren, aber wirkmächtigen Realität vermittelt.

💬 Beispielsätze

Zusammengesetzte Wörter

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