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Schreibweise
Radikal: 亻 7 Striche
💡 Denk an ‚I-T‘: I = 亻 (Mensch), T = 弋 (wie ‚T‘-förmiges Jagdholz) → Mensch mit verlorenem Werkzeug = ‚verloren‘.
Verwandte Wörter

📚 Zeichengeschichte & Erklärung

佚 (yì) meaning in English — verloren

Das Zeichen 佚 ist seit der Han-Dynastie (206 v. Chr.–220 n. Chr.) in historischen Texten belegt, vor allem zur Kennzeichnung fehlender oder nicht identifizierbarer Autoren oder Quellen. In der chinesischen Bibliographie wird es systematisch in Titeln wie 《佚存丛书》 (Yìcún Cóngshū, ‚Sammlung verschollener Werke‘) verwendet – einer berühmten japanisch-chinesischen Edition aus dem 18. Jahrhundert, die verlorene chinesische Texte aus japanischen Handschriften wieder zugänglich machte.

Formal entstand 佚 durch Vereinfachung des älteren Zeichens 亦 (yì), das ursprünglich ‚auch‘ bedeutete. Die Strichform mit dem Radikal 亻 und dem simplen 弋 (einem alten Jagdinstrument-Symbol) wurde später semantisch neu besetzt: Der Mensch (亻) mit einem Werkzeug, das nicht mehr greifbar ist – metaphorisch für ‚verlorengegangen‘. Diese Umdeutung ist dokumentiert in klassischen Wörterbüchern wie dem 《說文解字》.

Das Zeichen 佚 (yì) ist ein semantisches Kompositum aus dem Menschen-Radikal 亻 links und dem phonetischen Bestandteil 弋 rechts. Es zählt zu den weniger häufigen Zeichen des modernen Chinesisch und gehört nicht zum HSK-Kernvokabular – weder in den offiziellen HSK-Listen noch in den häufigsten 3.000 Zeichen der chinesischen Sprache wird es geführt. Seine Bedeutung ‚verloren‘ oder ‚verschwunden‘ bezieht sich meist auf abstrakte Verluste: verlorene Dokumente, vergessene Namen oder verschollene Textpassagen.

Historisch taucht 佚 vor allem in klassischem Chinesisch auf, insbesondere in literarischen und historiographischen Kontexten. Es beschreibt oft das Verschwinden von Informationen oder Personen aus offiziellen Aufzeichnungen – etwa bei unvollständigen Überlieferungen antiker Werke. Die Aussprache yì ist klar und konstant; es gibt keine Tonvarianz oder homophone Ambiguität im Standardmandarin.

Im heutigen Sprachgebrauch erscheint 佚 fast ausschließlich in festen Ausdrücken wie 佚名 (yìmíng, ‚unbekannter Autor‘) oder in Fachkontexten wie der Altertumswissenschaft. Es wird nicht isoliert verwendet und kommt in Alltagssprache, Medien oder sozialen Netzwerken praktisch nicht vor. Für Lernende ist es daher vorrangig ein Zeichen der Lesekompetenz für historische Texte oder akademische Quellen.

💬 Beispielsätze

Zusammengesetzte Wörter

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