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Schreibweise
míng
Radikal: 冖 10 Striche
💡 Denk an 'Mitternacht' – 'Míng' klingt wie 'Mitternacht', und beide bedeuten Dunkel.
Verwandte Wörter

📚 Zeichengeschichte & Erklärung

冥 (míng) meaning in English — dunkel

Im historischen Kontext wurde 冥 seit der Zhou-Dynastie (1046–256 v. Chr.) als Teil von Termini wie 冥府 („Unterwelt“, „Jenseits“) oder 冥王 („Herrscher der Unterwelt“) verwendet – belegt in klassischen Texten wie dem Zhuangzi und späteren daoistischen Ritualhandbüchern. In der Tang- und Song-Literatur dient es oft zur poetischen Verdunkelung von Stimmung oder Raum, z. B. in Gedichten über Nacht, Grabstätten oder mystische Reisen.

Die Schriftform zeigt klar die Struktur eines semantisch-phonetischen Kompositums: Das Radikal 冖 (mì, „bedecken“) steht oben und signalisiert Bedecktheit/Dunkelheit; der untere Teil (冖 + 日 + 六) ist historisch aus einem komplexeren Zeichen hervorgegangen, das ursprünglich ein dunkles Tal mit abgedecktem Licht symbolisierte – keine reine Erfindung, sondern belegbar durch Siegel- und Bronzeschriftanalysen.

Das Zeichen 冥 (míng) gehört zu den älteren Schriftzeichen mit stark semantischem Gewicht und bezeichnet primär ‚dunkel‘, ‚finster‘ oder ‚verborgen‘ – nicht nur im physikalischen, sondern auch im metaphysischen Sinne. Es wird selten isoliert verwendet, tritt stattdessen fast ausschließlich in festen Wortverbindungen auf, meist mit religiösem, philosophischem oder literarischem Bezug. Seine Bedeutung ist eng mit Vorstellungen vom Jenseits, der Unterwelt und geheimnisvoller Tiefe verknüpft.

Etymologisch entstand 冥 aus einer Kombination von Radikal 冖 („Kappe“, „Bedeckung“) und dem phonetischen Bestandteil 冥 selbst, das ursprünglich ein vereinfachtes Bild für eine dunkle Höhle oder einen verschlossenen Raum darstellte. Im alten Chinesisch wurde es bereits in Orakelknochen- und Bronzinschriften zur Beschreibung von Dunkelheit im kosmologischen Kontext verwendet – etwa bei der Benennung des Totenreichs oder bei rituellen Formulierungen.

Heute ist 冥 kein HSK-Zeichen und kommt weder im Alltagschinesisch noch in grundlegenden Lehrwerken vor. Es erscheint hauptsächlich in klassischer Literatur, buddhistischen oder daoistischen Texten sowie in poetischen oder stilistisch gehobenen Ausdrücken. Für Lernende ist es daher weniger ein Grundzeichen als vielmehr ein kulturell tief verwurzeltes Schlüsselzeichen, das Verständnis für chinesische Weltanschauung und Sprachästhetik fördert.

💬 Beispielsätze

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