劬
Zeichengeschichte & Erklärung
Das Zeichen 劬 findet sich historisch in klassischen Texten wie dem ‚Shijing‘ zur Beschreibung elterlicher Sorge und körperlicher Mühe. In der Ming- und Qing-Dynastie wurde es häufig in Grabinschriften verwendet, um die Lebensleistung Verstorbener zu würdigen. Heute erscheint es vor allem in offiziellen Ehrentexten, etwa bei staatlichen Auszeichnungen für Lebenswerk oder in literarischen Essays über soziale Verantwortung.
Die Schriftform ist kein Piktogramm, sondern ein phono-semantisches Zeichen: 力 (Kraft-Radikal) deutet die Bedeutung an, 句 liefert als phonetisches Element die ungefähre Aussprache qú. Die Strichfolge folgt klaren Regeln – erst das Radikal 力, dann das rechte Segment – und entspricht der traditionellen Schreibordnung für solche Komposita.
Das Zeichen 劬 (qú) ist ein semantisches Kompositum aus dem Radikal 力 (Kraft, Kraftanstrengung) und dem phonetischen Bestandteil 句 (jù/qú), das hier die Aussprache vorgibt. Es zählt zu den selteneren Zeichen der modernen Hochsprache und gehört nicht zum HSK-Vokabular – weder in den Grund- noch in den erweiterten Listen. Seine Bedeutung ‚Mühe‘, ‚Anstrengung‘ oder ‚schwere Arbeit‘ ist stark literarisch geprägt und tritt vorwiegend in klassischen Texten, offiziellen Dokumenten oder poetischen Formulierungen auf.
Historisch gesehen stammt 劬 aus dem Altchinesischen und wird bereits in Werken wie dem ‚Shijing‘ (Buch der Lieder) verwendet, um elterliche Fürsorge oder körperlich-seelische Erschöpfung zu beschreiben. Im Gegensatz zu alltäglichen Arbeitsbegriffen wie 工 (gōng) oder 劳 (láo) betont 劬 stets den Aspekt der Opferbereitschaft, des Ausgehörtseins oder der lang andauernden Belastung – oft mit emotionaler oder moralischer Konnotation.
Im heutigen Sprachgebrauch erscheint 劬 fast ausschließlich in festen Redewendungen wie 劬劳 (qú láo) oder 劬勚 (qú yì), meist in formellen Kontexten: Gedenkreden, Grabinschriften, amtlichen Ehrenurkunden oder literarischen Rezensionen. Seine Verwendung signalisiert stilistische Feinheit und Respekt vor traditioneller Sprachkultur – ein Merkmal gebildeter Schreibweise, aber kein Alltagsvokabular.
Beispielsätze
Zusammengesetzte Wörter
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