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Schreibweise
jiè
💡 口 + 息 = Mund + Atem → ein Seufzer (jiè) ist ein Atemstoß aus dem Mund.
Verwandte Wörter

📚 Zeichengeschichte & Erklärung

唶 (jiè) meaning in English — Seufzer

Historisch belegt ist 唶 vor allem in der Tang- und Song-Dynastie in lyrischen Gedichten und Yuefu-Gesängen, wo es zur rhythmischen und emotionalen Verdichtung eingesetzt wurde. Es erscheint gelegentlich in kommentierten Anthologien wie der 《樂府詩集》 (Yuefu Shiji) als Interjektion am Versanfang oder -ende, um innere Erregung oder körperliche Erschöpfung zu markieren. Keine bekannten Redewendungen oder festen Wendungen enthalten dieses Zeichen heute.

Die Schriftform ist kein Piktogramm, sondern ein reines Leihzeichen: 口 deutet auf die mündliche Äußerung hin, während 息 (ursprünglich ‚Atem‘) hier rein lautlich für jiè steht – eine typische Anwendung des phonetischen Leihsystems (xiéshēng). Eine moderne Alltagsszene wäre etwa ein literarischer Workshop, in dem ein Autor bewusst 唶 einsetzt, um einen charakteristischen Seufzer in einem historisierenden Dialog einzufügen.

Das Zeichen 唶 (jiè) ist ein seltenes, rein onomatopoetisches Schriftzeichen, das ausschließlich den Laut einer Seufzer- oder Stöhnlauts nachahmt. Es gehört nicht zum modernen Grundwortschatz und taucht weder in den HSK-Listen noch in alltäglichen Texten häufig auf. Seine Verwendung ist fast ausschließlich auf klassische Literatur, lyrische Prosa oder stilisierte Dialoge beschränkt, wo es emotionale Nuancen wie Resignation, Erschöpfung oder zarte Traurigkeit akustisch unterstreicht.

Als phonetisch-semantisches Zeichen besteht 唶 aus dem Radikal 口 (Mund) – das die lautliche, artikulatorische Dimension signalisiert – und dem phonetischen Bestandteil 息 (xī, ‚Atem‘), das hier jedoch nicht die Bedeutung ‚Atem‘ trägt, sondern als Lautträger für jiè dient. Die Aussprache ist ein scharfes, kurzes „jiè“ mit fallendem Ton (4. Ton), was typisch für Ausrufe und Lautmalereien im Chinesischen ist.

Da 唶 keine eigenständige lexikalische Funktion im heutigen Sprachgebrauch besitzt, wird es in Wörterbüchern oft nur als archaisches oder literarisches Zeichen verzeichnet. Es fungiert niemals als Verb im Sinne von ‚seufzen‘ (dafür verwendet man üblicherweise 嘆 oder 歎), sondern allein als unmittelbare Lautdarstellung – vergleichbar mit deutschen Interjektionen wie ‚ach!‘ oder ‚ha!‘, aber stärker an den physischen Ausatmungsakt gebunden.

💬 Beispielsätze

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