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Schreibweise
jìng
HSK 3 Radikal: 青 14 Striche
💡 Denken Sie an 'Jing' wie 'Jenseits der Unruhe' – 青 (blau/grün = Leben) + 争 (Streit): Ruhe entsteht, wenn der innere Kampf verstummt.
Verwandte Wörter

📚 Zeichengeschichte & Erklärung

静 (jìng) meaning in English — still

Historisch dokumentiert findet sich 静 bereits in der Han-Zeit (206 v. Chr.–220 n. Chr.) in medizinischen und philosophischen Texten wie den Mawangdui-Silkmanuskripten, wo es den Zustand „ruhiger Lebenskraft“ (jìng qì) beschreibt. In der Tang- und Song-Dynastie wurde es fest in literarische Beschreibungen von Landschaften und innerer Sammlung integriert – etwa bei Wang Wei, dessen Gedichte Ruhe als ästhetisch-ethische Kategorie verankerten.

Die heutige Schriftform geht auf die reguläre Kursivschrift (kaishū) zurück; das Radikal 青 ist nicht rein farbbedeutend, sondern fungiert hier lautlich (altchinesisch *tsʰeŋ), während 争 die semantische Nuance von ‚Wettstreit‘ bzw. ‚Spannung‘ einbringt – also Ruhe als Ergebnis der Überwindung innerer Unruhe.

Das Zeichen 静 (jìng) ist ein semantisch-phonetisches Kompositum aus dem Radikal 青 (qīng, ‚blau-grün‘, hier als phonetischer Träger mit historischem Lautwert) und dem semantischen Bestandteil 争 (zhēng, ‚streiten‘), das in der vereinfachten Form zu 竞 geworden ist. Ursprünglich stand 静 für ‚Ruhe durch Unterdrückung von Unruhe‘ – ein Konzept, das sich aus der Kombination von Farb- bzw. Vitalitätsymbolik (青) und dynamischem Gegensatz (争) ergibt.

In der klassischen chinesischen Philosophie, besonders im Daoismus und Chan-Buddhismus, bezeichnet 静 nicht bloße Abwesenheit von Lärm, sondern einen aktiven Zustand innerer Gelassenheit und klaren Bewusstseins – vergleichbar mit einer ruhigen Wasseroberfläche, die alles widerspiegelt. Dieser Begriff ist zentral in Texten wie dem Daodejing und wird oft mit 动 (dòng, ‚Bewegung‘) kontrastiert, um das Prinzip der wechselseitigen Ergänzung (Yin-Yang) zu verdeutlichen.

Im modernen Hochchinesisch wird 静 vor allem attributiv oder adverbial verwendet: als Adjektiv (z. B. 安静, ānjìng, ‚ruhig‘), als Verb (静下心来, jìng xià xīn lái, ‚sich beruhigen‘) oder in Imperativen (请安静!, Qǐng ānjìng!, ‚Seien Sie bitte leise!‘). Es erscheint häufig in Bildungskontexten, Meditationsanleitungen und öffentlichen Hinweisschildern – stets mit einem normativen oder kultivierenden Unterton.

💬 Beispielsätze

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